Wohnhaus beschädigt

Wasserrohrbruch löst Erdrutsch aus

Suhl (pm/sg) - Welche gewaltige Kraft und welche Schäden Wasser anrichten kann, bewies ein Erdrutsch in der Nacht zum 30. Juni. Die Bewohner riefen die Feuerwehr Suhl zur Hilfe, da sie ihr Wohnhaus nicht mehr verlassen konnten.

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Wasserrohrbruch löst Erdrutsch aus

© Foto: Feuerwehr

Es war kurz vor vier Uhr morgens, als sich eine gewaltige Erd-, Wasser- und Schlammlawine im Suhler Ortsteil Neundorf löste und ein Wohnhaus traf. Oberhalb des Hanggrundstückes brach eine Wasserversorgungsleitung. Die Wassermassen verflüssigten das Erdreich förmlich. In einer Lawine aus Schlamm und Geröll brach der Hang auf einer Länge von gut 10 Metern ab. Ein Loch von 6 Metern Tiefe entstand. Die Lawine wälzte sich hangabwärts, durchbrach den Grundstückszaun, durchpflügte den Vorgarten und traf schließlich auf das darunter liegende Wohnhaus. Die Schlammmassen spritzten an der Fassade des erst vor wenigen Jahren errichteten Wohnhauses empor. Auf der gesamten Gebäuderückseite stand der Schlamm bis über die Knie an der Fassade. Ein Verlassen des Hauses war dem älteren Bewohner nicht mehr möglich – er war in seinem Haus gefangen.

„Als unsere ersten Einsatzkräfte ankamen, floss immer noch massiv Wasser vom Hang herunter. Doch die Ursache des Erdrutsches war für uns noch gar nicht erkennbar.“, schildert Daniel Wiegmann, Sprecher der Feuerwehr Suhl, die Situation. „Auch für uns war ein Herankommen an die Gebäuderückseite zunächst gar nicht möglich. Die Helfer sind sofort im Schlamm versunken.“ Mit eiligst herbeigeschafften Sandsäcken sicherte die Feuerwehr zunächst das Gebäude. Parallel wurde eine erste Ursachenforschung betrieben. „Als der Grund des Übels identifiziert war, schlossen wir – zusammen mit dem zuständigen Wasserversorger, der zwischenzeitlich auch vor Ort war – die Versorgungsleitung. Allmählich ließ der Wasserfluss nach. Die Gefahr, dass weitere Hangteile abrutschen könnten war damit gebannt. Damit stabilisierte sich auch die Situation am Objekt weitgehend. Für den Bewohner bestand bis dahin keine Gefahr, so dass sich der Einsatzleiter entschied, dass er in seinem Haus am sichersten ist. Nun mussten die Helfer der Feuerwehr aber einen Weg finden, den Zugang wieder zu gewährleisten. Mit Spaten, Schaufeln und teilweise mit bloßen Händen machten sich die 18 Feuerwehrleute der hauptamtlichen Wache und der Freiwilligen Feuerwehr Suhl Zentrum daran, das betroffene Haus „auszugraben“. Nach gut zwei Stunden Arbeit, war das Werk vollbracht, die akute Gefahr war gebannt. Die Aufräumarbeiten werden sich noch über Tag hinziehen. Der Schaden an dem Objekt und den Außenanlagen geht ersten Schätzungen nach in den fünfstelligen Bereich.

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