Schlotheim (racefieber) - Nur noch drei Startplätze sind für das Finale der Thüringer Landesmeisterschaft im Hallenfußball zu vergeben. Neben den Gewinnern der Hallenturniere in Geraberg und Hildburghausen qualifiziert sich auch der Sieger des Seiler-Cups in Schlotheim für die Endrunde am 4. Februar in Rudolstadt. Die Gastgeber treten mit der I. und II. Mannschaft an und hoffen somit, den Cup in der Seilerstadt behalten zu können.
Acht Mannschaften nehmen am 20. Januar 2012 ab 18.00 Uhr an der 17. Auflage des Hallenturniers teil und spielen sowohl um den Gewinn des Seiler-Cups als auch um den Einzug in das Finale der Thüringer Hallenmeisterschaft. Im letzten Jahr waren es noch 10 Mannschaften, doch Sorgen um die Zuschauerresonanz müssen sich die Organisatoren des SG SSV 07 Schlotheim trotzdem nicht machen. Neben dem Heimpublikum, was gerade durch den Auftritt beider Mannschaften der Spielgemeinschaft wieder zahlreich in die Seilerhalle strömen wird, werden bekanntermaßen auch die Mannschaften des FSV Preußen Bad Langensalza sowie der SV Fortuna 49 Körner von treuen Anhängern begleitet. Zusätzlich wird die Teilnahme des derzeitigen Tabellenführers der Landesliga, dem FSV Wacker 90 Nordhausen, weitere Fußballinteressierte in die Seilerhalle locken. „Wir haben ein interessantes Teilnehmerfeld und freuen uns natürlich besonders über den großen Anteil regionaler Mannschaften. Daher werden wir sicherlich wieder 400 Zuschauer begrüßen können“, zeigt sich Turnierleiter Walter Handke optimistisch.
Skeptische Schlotheimer mit Heimvorteil
Das Vorstandsmitglied hofft natürlich auf einen Turniersieg seiner Schlotheimer. Nicht nur aufgrund des Heimvorteils zählt die erste Mannschaft der Spielgemeinschaft auch zu den Favoriten des Turniers. Mit 30 Punkten liegt man derzeit auf dem dritten Platz in der Landesklasse Nord und hat im Aufstiegskampf gute Chancen. Einer der Gründe für den sportlichen Höhenflug dürfte die Rückkehr von Harald Fritz auf die Trainerbank sein. Im Mai des letzten Jahres übernahm der ehemalige Oberligaspieler des FC Rot-Weiß Erfurt nach einjähriger Pause wieder die 1. Mannschaft des Landesklassisten. Innerhalb kürzester Zeit gelang es dem Fachmann mit DFB-Trainerlizenz, die Seilerstädter wieder zu einem Top- Team der Landesklasse Nord zu formen. Mit nur 16 Gegentreffern haben die Schlotheimer die beste Defensive der Staffel. Gleichzeitig sind die Seilerstädter mit Abstand die fairste Mannschaft in der Liga und kamen in der ersten Halbserie ohne rote bzw. gelb-rote Karte aus. Doch trotz optimaler Voraussetzungen sieht der Trainer für den Seiler-Cup schwarz. „Wir sind mitten im Grundlagentraining, daher werden wir wohl auch in diesem Jahr den Cup nicht gewinnen“, so Harald Fritz.
Thüringenligaprimus als Favorit
In der Gruppe 1 muss sich die SG Schlotheim/Mehrstedt gegen den FSV Wacker 90 Nordhausen behaupten. 2006 nahm Wacker schon einmal am Seiler-Cup teil. Damals gingen die Nordthüringer mit einer indiskutablen Leistung sang- und klanglos unter und wurden im Achterfeld der Veranstaltung nur Letzter. Die Vorzeichne für ein anderes Auftreten der Wacker-Elf bei der 17. Auflage stehen gut. Die Rolandstädter sind klassenhöchster Teilnehmer und nach einer mehr als erfolgreichen Hinrunde in der Landesliga auch der Turnierfavorit. Elf Siege und vier Unentschieden sind Ausdruck für die derzeitige Dominanz. Der Spitzenreiter hat in der aktuellen Saison den stärksten Angriff und die beste Abwehr der Verbandsliga in seinen Reihen und läßt somit keinen Zweifel am Aufstiegswillen aufkommen. Auch in der Halle kommt der Landesligaprimus bestens zurecht. So erreichte das Team von Trainer Jörg Goslar am vergangenen Wochenende beim eigenen Hallenturnier „Echter Nordhäuser Fußballnachmittag“ einen guten dritten Platz hinter den höherklassigen Klubs aus Magdeburg und Halberstadt. „Die Mannschaft hat in dieser Besetzung zum ersten Mal in der Halle zusammengespielt und daher war dies eine gute Leistung, die wir hier abgeliefert haben“, so Goslar nach dem Turnier.
Außenseiterchancen für Kirchheilingen
In Schlotheim treffen die Nordhäuser in der Gruppe 1 auf den Regionalklasseneuling KSV Kirchheilingen (9. Platz / Regionalklasse 6). Beide Mannschaften spielten bereits in der Vorrunde des Thüringer Landespokals gegeneinander. Das von Trainer Lars Harnisch trainierte Team verlor zwar nach 90 Minuten mit 0:3. Allerdings konnte der Nordpokal-Gewinner dem favorisierten Verbandsligisten bis zur Halbzeit ein 0:0 abtrotzen, was nicht vielen Thüringenligisten in der aktuellen Saison gelang. Gemeinsam mit dem VfL 1888 Ebeleben, derzeit Drittplazierte in der Kyffhäuserliga, hoffen die Kicker aus Kirchheilingen auf eine Überraschung. Die beiden Teams wollen ihre Außenseiterchancen nutzen und den höherklassigen Favoriten ein Bein stellen.
Preußen sind Favoriten in der Gruppe 2
Eine feste Größe beim Seiler-Cup ist die Mannschaft des SV Fortuna 49 Körner (5. Platz / Regionalklasse 6). Im vergangenen Jahr erreichte der Regionalklassist einen beeindruckenden dritten Platz und musste nur eine Niederlage gegen den späteren Turniersieger aus Siemerode hinnehmen. Im Jahr zuvor gelang sogar der Sprung ins Finale. An diese Leistungen will die Mannschaft von Trainer Jörg Ludwig bei der aktuellen Auflage anknüpfen. Mit einer ähnlichen Zielstellung werden auch die Kicker des TSV Bad Tennstedt (6. Platz / Regionalklasse 6) bei ihrer zweiten Turnierteilnahme an den Start gehen. Im letzten Jahr belegte man immerhin Platz 5 und landete damit vor den höherklassigen Mannschaften aus Schlotheim und Bad Langensalza.
Der eigentliche Favorit in der Gruppe 2 kommt allerdings aus Bad Langensalza. Die Preußen rangieren derzeit auf dem achten Platz in der Landesklasse Nord und damit hinter ihren Erwartungen. In der ersten Halbserie erlebten die zahlreichen Fans der Preußen ein Auf und Ab. Die Niederlagen gegen Sömmerda und Gebesee sowie deutliche Niederlage in Schlotheim machten die Träume des einen oder anderen Fan auf einen Spitzenplatz in der Landeklasse zunichte. Auch in der Halle enttäuschten die Fußballer aus der Kur- und Rosenstadt. Beim heimischen Salza-Cup konnte selbst der eindrucksvolle Auftritt der Preußen-Fangruppe „Nackte Reiter“ nicht über die sportlich schwache Leistung des FSV Preußen Bad Langensalza hinwegtäuschen. Am Ende belegte der Landesklassist den vierten Platz in der Gruppe B.
Die Erinnerung an die letztjährige Teilnahme am Seiler-Cup sind allerdings nicht die Besten. Die Preußen standen bereits mit einem Bein im Endspiel. Das letzte Spiel musste „nur“ gewonnen werden und so führten die Kur- und Rosenstädter lange Zeit mit 2:1. Doch am Ende gewann der spätere Turniersieger aus Siemerode und die Preußen landeten nur auf dem 6. Platz.
Der vierte Teilnehmer in der Gruppe 2 ist die II. Mannschaft der SG Schlotheim/Mehrstedt. Der Kreisklassist gewann die Vorrunde für den 17. Seilercup im Dezember 2011 und will nun vor dem heimischen Publikum für die ein oder andere Überraschung sorgen.
Gespielt wird in zwei Gruppen, mit anschließenden Überkreuz-Halbfinalpaarungen der beiden bestplatzierten Mannschaften, dem Neunmeterschießen um die Platzierungen sowie dem Finale zum Abschluss. Die Spielzeit beträgt jeweils 12 Minuten.
Gruppe 1
FSV Wacker 90 Nordhausen
KSV Kirchheilingen
SG Schlotheim/Mehrstedt
VFL 1888 Ebeleben
Gruppe 2
FSV 1996 Preußen Bad Langensalza
SV Fortuna 49 Körner
SG Schlotheim/Mehrstedt II
TSV Bad Tennstedt
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