Anti-Faschisten im Visier der Neonazis

Deutlich mehr rechte Übergriffe in Thüringen registriert

Erfurt (AFP) - Die Thüringer Beratungsstellen gegen Rechtsextremismus haben 2012 mehr rechte Übergriffe registriert. Wie die mobile Beratung für Opfer rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt (ezra) am Donnerstag in Erfurt mitteilte, stieg die Zahl der bekannt gewordenen Angriffe von Rechten im Vergleich zum Vorjahr von 51 auf 73. Sie richteten sich demnach zumeist gegen Anhänger der alternativen Szene und Menschen, die sich bewusst gegen rechte Meinungen stellen.

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Skinhead © AFP

Die Mobile Beratung in Thüringen (MOBIT) registrierte 2012 mit 368 bekannt gewordenen Fällen eine Verdopplung der rechten Aktivitäten. Ein Grund dafür sei möglicherweise "ein erhöhtes Problembewusstsein und eine gesteigerte Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit" nach der Aufdeckung der Mordserie der Terrorzelle Nationalsozialistischer Untergrund (NSU).

Andererseits habe die Inhaftierung des mutmaßlichen NSU-Unterstützers Ralf Wohlleben zur neuen Aktivitäten der Neonaziszene in Thüringen geführt. Hierzu zählten Sympathiebekundungen und Solidaritätsaktionen wie ein bundesweit vertriebener CD-Sampler, dessen Erlös zugunsten Wohllebens gespendet werden soll, berichtete MOBIT. Der NSU wird für die Morde an neun Migranten und einer Polizistin verantwortlich gemacht.

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