Heilbäder und Kurorte in Hessen fordern:

Thermen und Bäder müssen wieder öffnen

Bad Karlshafen (brv) - Wasser ist das Lebenselixier der Heilbäder und Kurorten in Hessen. Doch seit Mitte März 2020 sind die Wasserhähne verplombt und die Temperaturen deutlich abgekühlt.

Die Thermen und Bäder in den Zentren für Prävention und Rehabilitation sind geschlossen. Eine schwerwiegende Situation für die Menschen und für die kommunalen Haushalte.
„Wir warten jeden Tag auf die Nachricht, dass die Thermen und Bäder wieder öffnen dürfen.“ Michael Köhler, Vorsitzender des Hessischen Heilbäderverbandes, blickt sorgenvoll auf die Heilbäder und Kurorte in Hessen und die Entwicklung der kommunalen Haushalte. Denn eine Umfrage des Hessischen Heilbäderverbandes mit einer Rücklaufquote von 50 Prozent hat ergeben, dass bereits bis Ende Mai rund 4,2 Millionen Euro Umsatzeinbußen bei den Thermen und Bädern mit ihren Gesundheitseinrichtungen festzustellen sind. Hochgerechnet auf alle 30 Heilbäder und Kurorte in Hessen summiert sich das auf mindestens 8,5 Millionen Euro. „Die meisten Thermen und Bäder werden kommunal betrieben. Wir erwarten deshalb für die ohnehin strapazierten Haushalte der Städte und Gemeinde weitere gewaltige Belastungen.“
Die Stilllegung der Thermen und Bäder führt in den Heilbädern und Kurorten selbst zu großen Herausforderungen. Während sich ein Veranstaltungsraum abschließen oder ein Weg auch mal sperren lässt, muss ein Schwimmbad im Dauerbetrieb weiterlaufen. Zwar können Temperaturen gedrosselt werden, doch Wasser muss fließen. Das gilt besonders für die hochmineralisierten Wässer in den Heilbädern und Kurorten. Bleibt das Wasser zu lange in den Rohren, wird es nicht gefiltert und umgewälzt, verkeimt es. Es drohen Schäden, die zu einem hohen Sanierungsaufwand oder im ärgsten Fall sogar zur dauerhaften Schließung führen können.
„Wir sind sehr froh, dass die Thermenbetreiber die vergangenen Wochen genutzt haben, um Sanierungs- und Reinigungsarbeiten vorzuziehen,“ erklärt Vorsitzender Köhler. „Gleichwohl sind mittlerweile die meisten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Kurzarbeit. Die Gesundheitszentren mit ihren Sauna-Anlagen müssen auch deshalb so schnell wie möglich unter den gesetzten Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen wieder geöffnet werden,“ fordert Köhler für die hessische Bäderfamilie.

„Die Thermen und Bäder sind ein wichtiger Bestandteil der Angebots-struktur in den Heilbädern und Kurorten in Hessen,“ erklärt die Geschäftsführerin des Hessischen Heilbäderverbandes Almut Boller. „Gerade die hochmineralisierten Wässer tragen dazu bei, dass Gäste und vor allem Bürgerinnen und Bürger eine angemessene Gesundheitsvorsorge betreiben können. Die natürlichen Heilmittel fördern die Bewegungsabläufe und wirken sich in vielfältiger Weise positiv aus. Davon profitieren auch Patienten in der Rehabilitationsphase oder mit chronischen Krankheitsbildern wie Rheuma.“
Die aktuelle Situation ist und bleibt ein Dilemma für die Heilbäder und Kurorte in Hessen. Selbst nach einem Beschluss die Thermen und Bäder wieder zu öffnen, können sich die Türen und Tore der Badetempel nicht über Nacht öffnen. Im Gegenteil, sie müssen mit Rücksicht auf die über 10-wöchige Schließungszeit sach- und fachgerecht auf den Betriebszustand hochgefahren werden und das dauert ein paar Tage.
Auch die Weser-Therme in Bad Karlshafen ist bereits seit dem 15. März 2020 geschlossen. Die technischen Anlagen werden auf „Sparflamme“ betrieben, was dennoch erhebliche Kosten verursacht. Zwar konnten umfangreiche Renovierungsarbeiten durchgeführt werden, dennoch konnte eine Kurzarbeit seit 20. April nicht vermieden werden.

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