Gera (SRH) - Eine Verbesserung der Schmerzenssituation vor und nach einem Eingriff ist eines der zentralen Ziele in der Behandlung von Patienten am SRH Wald-Klinikum Gera. Bereits mit der Aufklärung zur Operation und der Verabreichung von Medikamenten vor der Operation beginnt der Prozess der Minimierung von Schmerzen, Angst, Übelkeit und Erbrechen oder Therapienebenwirkungen und setzt sich fort mit der Narkoseführung und schonenden Operationstechniken bis hin zum positiven Verlauf nach der Operation einschließlich Behandlungsempfehlungen für den weiterbehandelnden (Haus)Arzt.
Die effektive Schmerzlinderung ist wichtig für eine schnelle Mobilisation und Rehabilitation der Patienten bei gleichzeitiger Minimierung von Komplikationen und leistet einen wichtigen Beitrag zur Patientenzufriedenheit. Eine besondere Würdigung erfuhren die Bemühungen des SRH Wald-Klinikums in Gera, als sich die Klinik für Allgemeine, Viszeral- und Kinderchirurgie des SRH Wald-Klinikums zu Beginn dieses Jahres für die QUIPS-Medalie bewarb und diese jetzt im Sommer als erstes Krankenhaus überhaupt in Empfang nehmen konnte. Das Wald-Klinikum Gera nimmt bereits seit Mai 2008 am Projekt „Qualitätssicherung in der postoperativen Schmerztherapie – QUIPS“ teil, das sich der Akutschmerztherapie nach operativen Eingriffen widmet und durch eine standardisierte Messung von vorher festgelegten Qualitätsmerkmalen und die Analyse der entsprechenden Ergebnisse das Ziel erreichen will, die Schmerzenssituation vor und nach einem Eingriff zu reduzieren. Initiiert und gefördert wird dieses Projekt von der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie und der Deutschen Gesellschaft für Anästhesie und Intensivtherapie. Die Teilnehmer erhalten in regelmäßigen Foren die Möglichkeit, sich auszutauschen und durch einen anonymisierten Vergleich mit anderen teilnehmenden Einrichtungen eine Standortbestimmung vorzunehmen bzw. weitere Verbesserungsmöglichkeiten zu eruieren. Das Projekt findet im SRH Wald-Klinikum vorerst bei viszeralchirurgischen Patienten auf der Station IMC (Intermediate Care) Anwendung. Mittels eines Fragebogens erfolgt die Erhebung der Schmerzindikatoren und Befindlichkeiten wie Erbrechen, Übelkeit oder auch psychische Faktoren. Es versteht sich von selbst, dass eine enge Zusammenarbeit mit den Abteilungen Anästhesie/ Schmerztherapie, die die effektive Schmerzbehandlung für jeden einzelnen Patienten individuell plant und durchführt, dem Pflegepersonal, der Physiotherapie sowie der EDV- Abteilung erfolgt. Unter Federführung von Dr. Ulrich Hohmann, Oberarzt an der Klinik für Allgemeine, Viszeral- und Kinderchirurgie am SRH Wald-Klinikum Gera, wurden bisher die Daten von ca. 1130 Patienten in ein sogenanntes Benchmarksystem (eine vergleichende Untersuchung mit einem festgelegten Referenzwert) eingetragen, in dem sich bereits Zahlen aus 135 Kliniken in Deutschland , zwei aus Österreich und drei aus Luxemburg finden. Diese wurden auch durch Dr. Hohmann ausgewertet und in zahlreichen wissenschaftlichen Vorträgen und zwei Publikationen vorgestellt. Ganz klares Ziel ist es, eine standardisierte und wirksame Schmerztherapie am SRH Wald-Klinikum zu etablieren. Auch die moderne Schmerztherapie trägt zur Patientenzufriedenheit bei.
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