Neue Ausstellung im Stadtmuseum

Theodor Rocholl - Der Maler, der den Naturpark rettete

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Viele Interessierte waren bei der Eröffnung der Theodor Rocholl-Ausstellung im Stadtmuseum.

© Foto: Seidenstücker

Von Inge Seidenstücker


Hofgeismar – Theodor Rocholl (1854 bis 1933) und das Hofgeismarer Stadtmuseum könnte man fast als eine Symbiose bezeichnen.
So verfügt das Museum über eine einzigartige große Sammlung von Rocholl-Gemälden und kann damit aus dem Vollen schöpfen. Kein Wunder, dass bei der großen Vielfalt an Motiven immer wieder Ausstellungen unterschiedlicher Themenschwerpunkte im Stadtmuseum gezeigt werden.
Eine Ausstellung der Rocholl-Bilder ist hier immer ein besonderes Erlebnis. Allein durch die vielen Facetten seiner immer wiederkehrenden Motive, wie sie auch in der aktuellen Ausstellung zu sehen sind: Pferde, die Sababurg und die Eichen im Reinhardswald.
Angesichts der Diskussionen um Salzsee und Windräder im Reinhardswald sei diese Ausstellung ein hochaktuelles Thema, sagte Museumsleiter Helmut Burmeister bei der Ausstellungseröffnung. So war es das Bestreben Rocholls, das dazu führte, dass der Reinhardswald seinerzeit zum Naturpark ernannt wurde. Seiner Faszination zu den Bäumen, insbesondere der Eichen, war sein Einsatz in Berlin zur Erhaltung dieser einzigartigen Zeitzeugen, so wie er sie sah, zu verdanken.

"So gesehen ist die neue Ausstellung eine Art Kommentar zu den menschlichen Sehnsüchten nach dem ersten großen Krieg des 20. Jahrhunderts. Vor allem aber ist sie der Nachweis, welchen Dienst dieser Maler den Gemeinden um den Reinhardswald und ihren Menschen geleistet hat und wie sehr manche auch heute noch Nutzen daraus ziehen," formuliert das Team des Stadtmuseums die Bedeutung der Austellung.
Bereits als 15-Jähriger entdeckte Theodor Rocholl eine Vorliebe für den Reinhardswald, zeichnete und skizzierte bei Wanderungen. Nach seinem Kunststudium in Dresden, München und Düsseldorf machte er sich zunächst einen Namen als Schlachtenmaler, was ihn nach China und auf den Balkan führte. Hier bekam er eine Ahnung, dass es noch mehr gibt als Kriegsgeschehen und er entdeckte die Natur. Nachdem er bei einer Schlacht miterleben musste, wie sein Sohn fiel, wand er sich ab vom Krieg und malte nur noch "mit dem Herzen".
In der aktuellen Ausstellung „Theodor Rocholl – Retter des Urwalds und Maler des Naturparks“ zeigt sich diese Emotionalität dem Betrachter, wenn er sich die Zeit nimmt, die Bilddetails zu studieren und auf sich wirken zu lassen in besonderem Maße.

Die Ausstellung (einschließlich mehrerer Neuerwerbungen) ist zu den üblichen Öffnungszeiten bis zum Ostermontag, dem 22. April 2019, zu besichtigen. Über Zeitpunkt und Thema geplanter Vorträge wird gesondert informiert. Der Eintritt im Stadtmuseum Hofgeismar ist wie immer frei, Spenden werden nicht abgelehnt.

 

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Museumsleiter Helmut Burmeister verabschiedete die langjährige Mitarbeiterin Waltraud Böttner.

© Foto: Seidenstücker

Waltraud Böttner verabschiedet

Das Team des Museums nahm die Ausstellungseröffnung von Rocholl-Gemälden zum Anlass, die langjährige Mitarbeiterin Waltraud Böttner in den Ruhestand zu verabschieden. Sie war unter anderem für das Rocholl-Archiv zuständig und damit eine Expertin auf diesem gebiet. Helmut Burmeister würdigte sie mit der Bezeichnung „Beste Besetzung des Platzes“ und dankte ihr für ihre Mitarbeit.

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