Festprogramm mit Mittelaltermarkt und Umzug durch den Ort

650 Jahrfeier Steinheid

Steinheid (rl) – Im Jahr 1362 wurde Steinheid erstmals als „Freye Bergstadt Steynheyd“ in einem Lehnbrief des Markgrafen von Meißen urkundlich erwähnt. Mehrere Großbrände zerstörten immer wieder Teile Steynheyds. Die Bewohner ließen sich nicht entmutigen, errichteten Schule, Glashütte und Kirche und prägten ihr Steinheid bis heute. Seit dem 1. Dezember 2011 ist Steinheid ein Ortsteil der Stadt Neuhaus am Rennweg.

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Höhepunkt zur 650 Jahrfeier in Steinheid am 10. Juni 2012 war der Festumzug.

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Steinheid mit seinen Ortsteilen Limbach und Neumannsgrund hat seine eigene Identität mit unverwechselbarer Geschichte. Die ersten Goldfunde im 14. Jahrhundert und der Goldbergbau bis ins 16. Jahrhundert zogen viele Bergleute aus der Fremde an - 51 Steinheider Goldzechen wurden bis 1537 urkundlich erwähnt. Die karge Ausbeute und der Dreißigjährige Krieg setzten dem Goldabbau in den Minen ein Ende.

In der waldreichen Gegend verdiente man nun mit der Holzverarbeitung sein Brot. Ideenreichtum war schon damals gefragt und so wurden aus dünnen Holzspänen im 17. Jahrhundert Spanschachteln gefertigt. Der unerschöpfliche Holzreichtum lockte die beiden Glasmeister Hans Greiner und Christoph Müller an. 1731 errichteten sie eine Glashütte in Limbach.

Gotthelf Greiner verschrieb sich der Porzellanherstellung und brachte 1772 mit der Inbetriebnahme einer Porzellanfabrik in Limbach viele Menschen in Lohn und Brot. Porzellanmanufakturen und die Glas- und Christbaumschmuckherstellung begannen sich im 18. Jahrhundert schnell auszubreiten.

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Auf dem Markt wartet man gespannt auf das Eintreffen der Teilnehmer am Umzug durch den Ort.

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Mit der Gründung einer Korsettfabrik 1934 zog die Bekleidungsindustrie in Steinheid ein, sicherte gute Einkommen und verbesserte die Lebensbedingungen. Später produzierte man Arbeits- und Berufsbekleidung. Als Volkseigener Betrieb (VEB) wurden Versandhäuser wie OTTO und Quelle beliefert. Mit der Industrialisierung hielt 1938 auch die Metallverarbeitung unter Siemens, dann IKA und EIO Einzug. Es wurden Sicherungspatronen, Schalter, Steckdosen und Glühkerzen gefertigt. Zulieferteile für den Staubsaugern von EIO wurden in Steinheid produziert. Heute prägt der Christbaumschmuck das Flair der Gemeinde auf dem Berg.

Ein reges Vereinsleben steht für eine funktionierende Gemeinschaft. Einer vielfältigen Kulturtradition verschrieben haben sich der Volkschor Steinheid, der Skiclub, Kirmesverein, Schützengesellschaft, Kaninchenzuchtverein, Geflügelzuchtverein, Turn- und Sportverein Wacker, Jugendverein, Anglerverein, Freundes- und Förderkreis der Grundschule, Fremdenverkehrsverein Limbach, Deutsches Goldmuseum und der Feuerwehrverein. Dieses hohe ehrenamtliche Engagement pflegen die Bürgerinnen und Bürger von Steinheid weiter, nun als ältester Ortsteil von Neuhaus am Rennweg. Steinheid ist seit dem Jahr 2000 ein „Staatlich anerkannter Erholungsort“ mit Mutter-Kind-Kur-Klinik und Europa-Schule.

Auszüge sind der Festschrift zur 650 Jahrfeier Steinheid entnommen. Diese ist ab dem 2. Juni an allen Festveranstaltungsorten und den Touristinformationen Neuhaus am Rennweg und Limbach erhältlich.

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