Anstieg der Straftaten im Jahr 2011

Polizeiliche Statistik 2011 für Hildburghausen

Hildburghausen (wotan) - Am 12. April 2012 stellte der Leiter der Polizeiinspektion Hildburghausen, Polizeihauptkommissar Mike Gnepper, die polizeiliche Statistik für das Jahr 2011 vor, derzufolge die Zahl der erfassten Straftaten von 2255 im Jahr 2010 auf 2505 im Vorjahr angestiegen war.

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Die Polizeihauptkommissare Gottfried, Gnepper und Funk (v.l.) bei der Lagebesprechung.

© Foto: wotan

Neben dem Ansteigen der Straftatenzahl konnte der PI-Leiter aber auch auf Positives verweisen: die Aufklärungsquote lag bei 66,2 Prozent und damit 1,1 Prozent über dem Durchschnittsergebnis der Thüringer Polizei. Im Bereich der Polizeiinspektion Hildburghausen ist das Entdeckungsrisiko für Straftäter höher als im restlichen Thüringen.
Mike Gnepper sieht als Ursache für den Straftatenanstieg auch eine bessere Aufklärungsarbeit, die dazu führte, dass Geschädigte und Zeugen Straftaten häufiger anzeigen, besonders bei sogenannten „Bagatell-Delikten“ nicht wegsehen. Das ist deshalb wichtig, weil „kriminelle Karrieren“ vielfach mit kleinen Straftaten wie tätliche Beleidigung oder Ladendiebstahl beginnen. Ungeachtet dessen, geht der PI-Leiter von einer nach wie vor bestehenden Dunkelziffer bei häuslicher Gewalt, Drogendelikten, Gewaltdelikten in Schulen und Freizeiteinrichtungen, um nur einige Schwerpunkte zu nennen, aus. Die Verkehrsunfälle seien 2011 leicht zurückgegangen (1369 Fälle). Polizeihauptkommissar Gottfried stellte die polizeiliche Kriminalstatistik im Detail vor. Die Aufklärungsquote ist seit 2008 stetig gestiegen und lag 2011 um acht Prozent höher. Die häufigsten Straftaten waren Diebstahl (805 Fälle), Straßenkriminalität (378 Fälle) und Körperverletzung (332 Fälle). Bei der Kriminalitätsbelastung liegt Hildburghausen mit 1116 Straftaten weit an der Spitze und der Auengrund hat mit 118 Straftaten vergleichsweise nur zehn Prozent. Scherzhaft wurde vermutet, das liege daran, weil dort der PI-Leiter wohne und auf Straftäter abschreckend wirke.
Polizeihauptkommissar Funk konnte für seinen Bereich feststellen, dass die Zahl der Verkehrsunfälle 2011 leicht zurückgegangen ist. Erfreulicherweise gab es 2011 deutlich weniger Verkehrstote (2010 - elf, 2011 – sechs). Gleichbleibend war die Zahl der Verkehrsunfälle unter Alkoholeinwirkung, wobei ein Fußgänger mit 3,14 Promille trauriger Rekordhalter gewesen ist.
Wie auch in den Vorjahren wurden als Hauptunfallursachen unangepasste Geschwindigkeit, Nichtbeachten der Vorfahrt und Fahren unter Alkohol festgestellt.
Beim unerlaubten Entfernen vom Unfallort konnten von 243 Delikten 113 ermittelt werden, was einer Aufklärung von 46,5 Prozent entspricht.
Bei folgenlosen Trunkenheitsfahrten liegen die Radfahrer an der Spitze (3,61 Promille bei einem 30-Jährigen und 3,55 Promille bei einem 47-Jährigen).
Angestiegen sind auch die Wildunfälle (2011 – 226), wobei es hier noch eine Dunkelziffer gibt, weil auch die Jagdpächter Bescheinigungen für die Versicherungen ausstellen dürfen.
Unfallschwerpunkte im Landkreis stellten auch 2011 die Straßen im Saargrund, zwischen Schleusingen und Hildburghausen, zwischen Einsiedel und Fehrenbach und das Birkenfelder Kreuz dar. Bemerkenswert war die Feststellung, dass am Birkenfelder Kreuz keine Unfälle auftraten, als eine Baustellenampel den Verkehr regelte!
Als Tage mit den höchsten Unfällen kristallisierten sich wieder der Donnerstag (54 Unfälle) und der Dienstag (50 Unfälle) heraus. Die Wenigsten gab es am Sonntag (29 Fälle), womit die „Sonntagsfahrer“ als Unfallquelle ausscheiden.
Als Fazit der Statistik konnte festgestellt werden, dass der Landkreis Hildburghausen einer der Sichersten Thüringens ist.

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