Themar (wotan) - Am 15. Mai 2012 war Landrat Thomas Müller an der Staatlichen Regelschule Anne Frank in Themar zu Gast und sprach zu den Schülern der achten bis zur zehnten Klasse zum Thema "Der Landkreis Hildburghausen innerhalb Europas".
Thomas Müller dankte eingangs seiner Rede für die Einladung, der er gern gefolgt sei. 1990 habe er als Lehrer letztmalig vor Schülern gestanden. Der Landkreis Hildburghausen liege im Zentrum Europas, was mit dem Wegfall der Grenze zwischen der DDR und der BRD erst so richtig an Bedeutung gewonnen habe.
Die Bundesrepublik Deutschland sei ein förderaler Staat mit 16 Bundesländern, in denen die Bildung Ländersache wäre. Die PISA-Studie zeige deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern, wobei Thüringen einen vorderen Platz einnehme. Der Landkreis Hildburghausen sei als Schulträger für die Ausstattung der Schulen verantwortlich, die Lehrpläne erstelle das Land.
Fördermittel der Europäischen Union gingen an den Bund, der teile sie den Ländern zu und diese den Landkreisen. Insbesondere die Landwirtschaft werde von der Europäischen Union koordiniert und finanziell gefördert.
Die Frage, ob wir ein starkes Europa benötigen, sei eindeutig mit „Ja“ zu beantworten, denn eine zentrale Frage wäre die Verhinderung von Kriegen. Außer dem Krieg in Jugoslawien gab es in Europa seit 1945 keinen Krieg mehr.
Ehemalige Entwicklungsländer veränderten die Verhältnisse auf der Welt. Europa habe insgesamt 500 Millionen Menschen, in China leben 1,2 Milliarden und in Indien 1,1 Milliarden. Bei der Aufnahme in die EU wären Fehler gemacht worden. Griechenland hätte bei realer Einschätzung seiner Wirtschaftslage gar nicht Mitglied werden dürfen. Wenn die Griechen die Lage nicht in den Griff bekommen und aus der EU ausscheiden, werde es auch für Deutschland richtig teuer, etwa 8 Milliarden Euro gingen dem deutschen Haushalt verloren.
Ein weiteres Plus der EU sei die Freizügigkeit innerhalb ihrer Grenzen. Gerade junge Menschen schätzten insbesondere die Reisefreiheit, Auslandsurlaube wären selbstverständlich. Es gäbe aber nicht nur die Reise- und Meinungsfreiheit, sondern auch die Pflicht, Verantwortung zu übernehmen.
Ein Schüler wollte wissen, ob der Landrat Kontakte zu ausländischen Amtskollegen unterhalte, was dieser bejahte.
Eine weitere Frage beinhaltete, wie der Landrat mit der derzeitigen Lage zufrieden sei. Thomas Müller entgegnete, wir würden auf „hohem Niveau“ jammern. Es gäbe leider zu viele Jugendliche, die keine Lust zur Arbeit hätten, obwohl sie dringend gebraucht würden.
Ein weiterer Schüler fragte, wieso wir Griechenland unterstützen, wenn wir selbst so hohe Schulen hätten. Der Landrat stellte klar, dass Deutschland trotz seiner zwei Billionen Euro Schulden eines der reichsten Länder und der größte EU-Einzahler sei. Eine weitere Frage beinhaltete, ob wir Gesetze des Europäischen Parlaments beachten müssten. Thomas Müller antwortete, das erfolge indirekt über Bundes- beziehungsweise Landesgesetze. Beispielsweise regle das Europäische Recht die Wasserqualität, wo Deutschland Vorreiter wäre.
Direktor Beschow dankte dem Landrat für die Mitwirkung am Forum und Schülerinnen übergaben einen Blumengruß.
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