St. Josef Seniorenhaus

Ein Rückzugsort zum Innehalten

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Weihen gemeinsam den neuen Raum der Stille im St. Josef Seniorenhaus der KHWE ein (von links): Einrichtungsleiter Oliver Surmann, Marianne Drews (Nutzerbeirat), Pfarrer Willi Koch, Geschäftsführer Christian Jostes und Bernhard Aufenanger vom Pfarrgemeinderat Bökendorf.

© Foto: KHWE

Bökendorf (ozm) - Der schwere Kruzifix wurde mit vereinten Kräften an Ort und Stelle geschoben, der Tabernakel ist in die Wandnische eingelassen worden und neu installierte Deckenstrahler rücken den Altar am Kopf des Raumes in den Mittelpunkt: Im St. Josef Seniorenhaus Bökendorf der KHWE ist in den vergangenen Monaten ordentlich gewerkelt worden. Entstanden ist ein so genannter Raum der Stille – ein Rückzugsort, an dem Bewohner und Mitarbeiter für einen Moment innehalten können.
Mit der Erweiterung und Modernisierung des St. Josef Seniorenhauses musste die Kapelle auf dem so genannten "Kapellenflur", wie ihn die Bewohner noch heute nennen, leider weichen. Der Grundstein für das Haus wurde 1872 gelegt, früher diente es auch den Ordensschwestern als Wohnstätte. "Die Bökendorfer nannten das Josefshaus früher auch liebevoll Kloster", erinnert sich Pfarrer Willi Koch, der sich von Anfang an auch einen neuen Ort der Stille gewünscht hat. Für Einrichtungsleiter Oliver Surmann war das eine Selbstverständlichkeit, der dieses Projekt schlussendlich umsetzte – und dafür sorgte, dass die zum Teil sehr kostbaren Gegenstände und Heiligen-Figuren aus der alten Kapelle in dem neuen Raum wieder aufgestellt werden.
Wo ursprünglich lediglich ein Tisch mit Stühlen und ein Sideboard stand, gibt es jetzt einen geschützten Ort, wo Bewohner und Mitarbeiter ein- und ausatmen können, wo ihre Wünsche, Ängste und Sehnsüchte Raum bekommen. "Gerade in stressigen Zeiten wie diesen, ist es nochmal wichtiger geworden, einen Bereich zu schaffen, in dem sie beten oder sich für einen Moment einfach nur kurz zurückziehen können", sagt Einrichtungsleiter Oliver Surmann. Der Raum soll Bewohner zur Ruhe kommen lassen und Schutz bieten.
Drei Monate lang arbeitete der Einrichtungsleiter gemeinsam mit Kollegen aus der Technik-Abteilung und einer heimischen Tischlerei an der Umsetzung dieses Projekts. Pläne wurden geschmiedet, der etwa 30 Quadratmeter große Raum umfangreich renoviert und schließlich mithilfe zweier Mitarbeiterinnen des Hauses mit Liebe zum Detail eingerichtet. Ein alter Holzschrank aus dem Jahr 1882, der ursprünglich in einer Sakristei stand und der Aufbewahrung liturgischer Gewänder diente, wurde restauriert.
Mit dem ersten Gottesdienst, den Pfarrer Willi Koch mit den Bewohnern feierte, verband er auch die Segnung des neuen Raumes der Stille. An diesem Gottesdienst nahm auch Geschäftsführer Christian Jostes, Einrichtungsleiter Oliver Surmann, Pflegedienstleiterin Ulrike Meiwes und Bernhard Aufenanger vom Pfarrgemeinderat Bökendorf teil.
KHWE-Geschäftsführer Christian Jostes zeigt sich sichtlich gerührt. "Ich bin stolz auf das Team des St. Josef Seniorenhauses, das dieses Projekt in den vergangenen Monaten während der Corona-Pandemie mit vereinten Kräften gestemmt und umgesetzt hat."
Auch Pfarrer Koch bedankte sich und ist glücklich, dass das Seniorenhaus weiterhin eine "Kapelle" besitzt. Pfarrer Koch: "Diese gehört seit Errichtung des Hauses einfach dazu!"

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