25 Jahre Interessengemeinschaft Wasser Amelunxen am 2. Juni

Großes Fest mit Prof. Klaus Töpfer

Amelunxen (brv) - Auf mittlerweile 25 ereignisreiche Jahre kann die Interessengemeinschaft Wasser (IG-Wasser) Amelunxen zurückblicken. Vor zweieinhalb Jahrzehnten begannen engagierte Bürger aus Sorge um gesundes Trinkwasser für den Erhalt der eigenen Wasserversorgung zu kämpfen.

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Dwe Vorstand der IG Wasser: (v.l.) v.l. Anne Rox, Reinhild Schäfer, Günter Humann, Angela Götte, Wilfried König und Marlies Grzelak.

© Foto: privat


Wie fing alles an? Im Jahr 1986 wurde von der EG der Grenzwert des Nitrats im Trinkwasser von 90 auf 50 mg/l herabgesetzt. Damals plante die Stadt Beverungen, die hauseigenen Brunnen zu schließen und Amelunxen zentral über einen Brunnen zu versorgen. Mehrere Möglichkeiten standen zur Verfügung, aber keine bot eine wirkliche Verbesserung der Wasserqualität. Diese Zukunftsaussichten brachten die Amelunxer auf die Barrikaden. Die Gründung der IG Wasser entstand aus Protest gegen die Art und Weise des Vorgehens des damaligen Stadtdirektors.
Es bildete sich eine Bürgerinitiative zur Erhaltung und Sanierung der eigenen Hausbrunnen. Leserbriefe wurden geschrieben, Unterschriften gesammelt und Bürgerversammlungen abgehalten. Das Ergebnis ließ sich sehen: 81Prozent der Amelunxer Bürger waren mit den Planungen des Stadtrates nicht einverstanden und stimmten für die Beibehaltung und Sanierung der Hausbrunnen. Dank des Amelunxer Bezirksausschusses unter Werner Behr gelang es dann doch die Hausbrunnen zu erhalten. Warum dieser unermüdliche Einsatz für die hauseigenen Brunnen? Es war schlicht und einfach die große Sorge um gesundes Trinkwasser.

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Reinhild Schäfer prüft die eigehenden Wasserproben auf Nitratgehalt.

© Foto: privat


Aber jetzt begann die eigentliche (ehrenamtliche) Arbeit. Viele Widerstände mussten angegangen und überwunden werden.
Nach dem Ratsbeschluss zur Beibehaltung der dezentralen Trinkwasserversorgung am 6. Juni 1986 wurde mit der Brunnensanierung begonnen und am 26.11.1986 der Verein IGW (Interessengemeinschaft Wasser Amelunxen) offiziell gegründet.
Mit neu entwickelter Technik und persönlichem Einsatz wurden im Bedarfsfall neue Brunnen geschlagen bzw. alte saniert.
In einem eigenen kleinen Labor werden seit 25 Jahren monatlich Wasserproben aus dem in 12 Bezirke eingeteilten Dorf untersucht, um einen Überblick über die Wasserqualität im ganzen Dorf zu erhalten.
Ca. 25 Informationsblätter wurden inzwischen zur Information für die Amelunxer Bürger herausgegeben, mit Tipps für die Leser, um sie für das kostbare Wasser zu sensibilisieren und zu eigenverantwortlichen Handeln zu ermuntern.
Der Vorteil der Amelunxer Wasserversorgung gegenüber anderen ist, dass in Amelunxen in jedem Haushalt jedes Jahr mindestens einmal das Wasser bakteriologisch untersucht wird, während bei einer zentralen Versorgung das Wasser lediglich im Wasserwerk und den sensiblen Stellen (Krankenhäuser, Altenheime, Hotels usw.) Proben genommen werden, aber nicht in den einzelnen Haushalten. So kann eine eventuelle Verkeimung der Hausnetze direkt beim Verbraucher überwacht und behoben werden.
Zu weiteren Aktivitäten der IGW gehört seit 1988 auch die tägliche Messung der Regenmenge und somit der Beobachtung der Grundwasserneubildungsrate.
Ebenfalls engagierte sich die IG Wasser beim geplanten Hochwasserschutz für Amelunxen und dem Bau einer eigenen Kläranlage. Bei beiden leider bisher vergeblich.
Von 330 Brunnen wurden 238 saniert oder neu geschlagen. Der tiefste Brunnen ist 34 m tief, das heißt, so tief wie der Kirchturm der Kath. Kirche samt Hahn hoch ist. Der Nitratgehalt des Trinkwassers unterschreitet in vielen Haushalten die Trinkwassernorm.

Die IGW verschließt sich nicht den Neuerungen, wie zum Beispiel den Planungen der Firma Trianel,die unter anderem in der Amelunxer Gemarkung ein Wasserspeicherkraftwerk errichten will. Hier spielt die Sorge um den Bestand der Wasserversorgung aus dem Grundwasser der Netheaue eine wichtige Rolle: Könnte der Bau des Speicherkraftwerks Einfluss auf das Trinkwasser haben? Eine Absenkung des Grundwasserspiegels hätte in diesem Fall fatale Folgen.
Eine Sorge gilt nach wie vor dem Gülleeintrag und dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Deshalb wurden vor einigen Jahren auch in den Hausgärten Bodenproben gezogen und analysiert.
Zum 25-jährigen Bestehen der IG Wasser findet am 2. Juni 2012 ein Jubiläumsfest statt, zu dem Prof. Klaus Töpfer eingeladen ist und einen Festvortrag hält. Die IG Wasser möchte sich an diesem Tag präsentieren und startet ein Unterhaltungsprogramm für Groß und Klein.

 

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