Pastoraler Raum Dreiländereck Beverungen

Herausforderungen der Zukunft meistern

Würgassen (bs) - Als ein weiterer Schritt auf dem Weg zur konkreten Pastoralvereinbarung, die als Organisations- und Verwaltungskonzept den Pastoralen Raums Dreiländereck Beverungen bis Ende 2012 Erzbischof Hans-Josef Becker vorzulegen ist, luden Pfarrer Christof Hentschel und die Steuerungsgruppe des Pastoralen Raums zu einer Infoveranstaltung nach Würgassen

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Fachleute aus Paderborn: (v.l.) Raimund Eilebrecht (Finanzen), Dechant Gerhard Pieper, Prälat Monsignore Andreas Kurte (Personal), Marcus Baumann-Gretza (Leiter des Rechtsamts).

© Foto: Siebrecht

Für die Herausforderungen der Zukunft, wie abnehmende Katholikenzahl und Kirchensteuern und Priestermangel, will sich die kath. Kirche im Raum Beverungen wappnen und sucht Konzepte, die 12 ehemals zum Teil selbständigen Kirchengemeinden zu einer Einheit zusammenzuführen. Den Findungsprozess leitet die Steuerungsgruppe, die aus Pfarrer Christof Hentschel, Gisela Fritsche, Prof. Dr. Dr. Martin Hörning (Herstelle), Irmgard Wollner (Drenke), Katja Koch (Dalhausen), Michael Behre (Dalhausen), und Werner Brinkmann (Beverungen) besteht.

Zum Infoabend waren die Kirchenvorstände, Pfarrgemeinderäte und Vertreter kirchlich engagierter Gruppen wie die Frauengemeinschaft und die Kolpingverbände eingeladen. Fachleute aus Paderborn informierten über die Vor- und Nachteile der drei möglichen Modelle, um den Pastoralen Raum zu organisieren. In verkürzter Darstellung beinhaltet Modell A eine Weiterführung des gegenwärtigen Konzepts, in dem alle Pfarreien bestehen bleiben und zusammenarbeiten. In Modell B entstünde eine Pfarrei mit 11 angegliederten Pfarrvikarien ohne eigene Finanzverwaltung mit einem Kirchenvorstand für alle Orte. Hier behielten die Pfarrvikarien eine gewisse Selbständigkeit mit eigenem Pfarrgemeinderat. In Modell C würden alle alten Kirchengemeinden zu einer neuen Kirchengemeinde mit neu zu wählendem Kirchenvorstand verschmelzen. Bei den Modellen B und C würde der sogenannte Sockelbetrag für jede Gemeinde wegfallen, Es gäbe nur einen Sockelbetrag. Die Differenz bei der Jahresendrechnung wird durch das Erzbistum Paderborn in Rahmen eines "Sonderetats" in den folgenden 5 Jahren ausgeglichen und schrittweise innerhalb von 10 Jahren abgebaut. Das heißt, in der Zeit werden sich wahrscheinlich die Katholikenzahlen bei 6.0000-7.000 Mitglieder  einpendeln.

Für die anschließende Diskussion konnten Fragen und Anmerkungen auf Karteikarten notiert und an Pinnwände geheftet werden.

Aus dem Plenum wurden Ängste geäußert, dass in so einem großen Verbund die Interessen der kleinen Ortschaften untergehen könnten und sich wieder einmal alle Aktivitäten auf die großen Ortschaften konzentrieren würden. Man befürchtete, dass Menschen vor Ort nicht mehr für ehrenamtliche Tätigkeiten motiviert werden können, wenn sie keine Finanzmittel und keine Entscheidungskompetenz hätten. Weiterhin sorgte man sich darum, dass man sich mit einer gemeinsamen Finanzverwaltung verschulden könnte, und die in den Orten angesparten oder gespendeten Gelder nicht mehr für den zugedachten Zweck eingesetzt würden. Auch die Arbeitsbelastung für die Kirchenvorstandsmitglieder eines gemeinsamen Kirchenvorstands könne als Ehrenamt nicht bewältigt werden. Monsignore Kurte bat das Plenum zu bedenken, dass man jetzt Strukturen schaffen sollte, die für die nächsten Jahrzehnte Gültigkeit haben könnten, um die Kraft nicht immer wieder an Strukturdebatten zu verschwenden. Man müsse der demografischen Entwicklung ins Auge sehen und agieren, bevor das ehrenamtliche System in den Orten zusammenbreche, weil sich niemand mehr zur Wahl stelle. Dechant Pieper meinte, man solle nicht nur an die Menschen um den eigenen Kirchturm als Gemeinde denken.

Die Finanzfachmann Eilmann wies darauf hin, dass vorhandenen Finanzen ihrem zugedachten Zweck nach zu verwenden seien und Baumann-Gretza erinnerte daran, dass man den gemeinsamen Kirchenvorstand mit für Sachfragen Beauftragten „ehrenamtlichen Mitarbeitern" ergänzen und entlasten könne. Pfarrer Hentschel äußerte, dass nach seiner Ansicht für die Zukunft das Modell B oder C unerlässlich sei.

Die Diskussion soll bis Ostern in den Gremien und Gruppen fortgeführt werden und bis zu den Sommerferien in einem geschwisterlichen Dialogprozess die Entscheidung fallen.

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