Suhler Hubschrauber fliegt 1.130 Einsätze

Wenn jede Sekunde zählt

Suhl (ws). Seit 17 Jahren ist in Suhl ein Rettungshubschrauber der DRF Luftrettung stationiert. Viele Patienten verdanken ihm ihr Leben. Allein im vergangenen Jahr startete der rot-weiße Hubschrauber 1.130-mal als schneller Notarztzubringer zu Rettungseinsätzen. Damit wurde die Besatzung zu zwölf Prozent mehr Einsätzen alarmiert als im Jahr zuvor (2010: 1.010 Einsätze).

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„Christoph 60" wurde im vergangenen Jahr 1130-mal als schneller Notarztzubringer zu Rettungseinsätzen gerufen.

© WOLFGANG SCHAFFT/ARCHIV

Im Notfall zählt jede Minute. Deshalb gehörten von Januar bis Dezember lebensgefährliche Erkrankungen wie Schlaganfall oder Herzinfarkt zu den häufigsten Alarmierungsgründen von „Christoph 60". Aber auch Patienten mit Brandverletzungen, Vergiftungen oder Krampfanfällen mussten notärztlich behandelt werden. In den Sommermonaten wurde der Hubschrauber häufig zu verunglückten Motorradfahrern, verletzten Sportlern oder zu Patienten mit lebensgefährlichen allergischen Reaktionen nach Wespenstichen alarmiert. Auch Kinder waren auf schnelle Hilfe aus der Luft angewiesen: 2011 versorgte die Suhler Besatzung 51 kranke oder verletzte Kinder.
„2011 war ein besonders einsatzstarkes Jahr in Suhl", erinnert sich Pilot und Stationsleiter Andreas Spiering. „Zu Beginn des Jahres wurden wir häufig zu Wintersporteinsätzen alarmiert. So auch Ende Januar, als beim Hornschlittenrennen am Schartekopf ein Schlitten mit seinen beiden Lenkern gegen einen Baumstumpf geprallt war. Innerhalb weniger Minuten waren wir vor Ort und übernahmen die Versorgung eines Mannes, der sich mehrere Knochenbrüche zugezogen hatte. Zur weiteren Behandlung wurde er von uns in das Suhler Klinikum transportiert. Und auch ein schwerer Arbeitsunfall ist mir besonders in Erinnerung geblieben: Im Mai war ein 44-jähriger Forstarbeiter nahe Zella-Mehlis bei Fällarbeiten von einem Baum überrollt worden. Nach nur drei Minuten Flugzeit versorgten unser Notarzt und Rettungsassistent den Patienten, der ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten hatte. Anschließend wurde er von uns in das Suhler Klinikum geflogen. Ende des Jahres machte Glatteis den Autofahrern wieder Probleme: Auch eine 61-jährige Frau kam mit ihrem PKW von der Fahrbahn ab und überschlug sich mehrfach. Am Einsatzort stabilisierten wir die lebensgefährlich verletzte Frau. Anschließend wurde sie von uns in das Klinikum Fulda geflogen."
Der am Zentralklinikum Suhl stationierte Rettungshubschrauber der DRF Luftrettung ist täglich von 7 Uhr morgens bis Sonnenuntergang einsatzbereit. Er ist mit erfahrenen Piloten, Notärzten und Rettungsassistenten (HEMS Crew Member) besetzt und mit allen medizintechnischen Geräten ausgestattet, die für eine optimale Patientenversorgung notwendig sind. Einsatzorte im Umkreis von 60 Kilometern kann „Christoph 60" in maximal 15 Minuten erreichen. Sein Einsatzgebiet erstreckt sich Nord-Süd vom Erfurter Becken bis zum Frankenland und Ost-West vom Thüringer Wald bis zur Rhön.

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