Es wurden Bilder aus der Vergangenheit wach

875-Jahrfeier in Bad Klosterlausnitz, am 02./03.Juni 2012

Bad Klosterlausnitz (dr. storch) - Fast auf den Tag genau wurde das Kloster in Bad Klosterlausnitz erstmalig in einer Urkunde erwähnt. Die Bestätigungsurkunde trägt das Bild des Papstes Innocenz II und das Datum 12. Juni 1137. Das Kloster erhielt den Namen „Das Kloster der Lusenic“ (Lusenicee, sorb. Sumpfwasser). So steht es in der Schrift“ Geschichte des Klosters Lausnitz“(cpoy Pfarramt Bad Klosterlausnitz).

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Männerchor von Bad KLosterlausnitz © w.sto.

Die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Kirche wird wohl immer mit dem Kloster in Verbindung stehen, meinte der Pfarrer zum Gottesdient am 03. Juni 2012. Die Veranstalter des Mittelalter-Spektakels rund um die Klosterkirche waren da wohl anderer Meinung. Sie luden die Gäste zum Fest an der Stadtkirche von Bad Klosterlausnitz ein. War das Blick in die Zukunft? Eine Stadt „Bad Klosterlausnitz“ wird wohl den Hermsdorfern gar nicht gefallen. Vielleicht gibt es einmal „Bad Klosterhermsborn“ oder so etwas. Da wird aber noch viel Wasser den Raudenbach abwärts durch das Mühltal laufen.
Die Geschichte des Klosters ist spannend. Der Männerchor von Bad Klosterlausnitz kennt sie. Viele Besucher hörten am Sonntag das Lied von Lausnitzer Nonnenfürzchen. Ich habe den Text einmal herausgesucht, damit die überall verstreuten Klosterlausnitzer ihn lernen können.

Klosterlausnitzer Nonnenfürzchen

1.Das Kloster Lausnitz war vor vielen Jahren
Ein sehr beliebter und belebter Wallfahrtsort.
Die Pilger kamen von weither gefahren,
doch heute sind die Nonnen leider alle fort.

2.In diesem Kloster lebte es sich prächtig,
denn so ein Ablasshandel brachte etwas ein.
Na., und gesündigt wurde damals mächtig,
selbst unsre Nonnen tranken kannenweise Wein.

3.Doch in der Liebe war`n sie unerfahren
und blieben keusch ihr Leben lang.
Nur zu den Mönche, die in Bürgel waren,
da krochen sie durch einen unterird`schen Gang.

4.Ganz anders war`n Maria und Theresia,
die letzten Nonnen war`n hilfsbereit und brav.
Bis eines Tages ihnen großes Leid geschah,
als sie unverhofft ein Blitzschlag traf.

5. Heut steht die Kirche ohne Nonnen da.
Der Name „Kloster“ ist im Grunde Schall und Rauch.
Wir haben die romantische Basilika,
doch mit den Nonnen starb so mancher alte Brauch!

Refrain:
Die letzten Nonnen hängen in der Sakristei
mit ihrem Konterfei,
es sind auch bloß noch zwei,
doch ihre Gegenwart hat immerhin bezweckt,
dass man in Lausnitz echte Nonnenfürzchen bäckt!
(Text und Melodie; Wolfram Wegner)

Wer nun diese Nonnenfürzchen kaufen will, muss nach Bad Klosterlausnitz fahren und die Bäckerei suchen. Viel Mühe wird der Suchende nicht haben. Jeder Klosterlausnitzer kennt die Bäckerei.

Der Pfarrer von Bad Klosterlausnitz war auch schlau und hat die ehemaligen Konfirmanten ( 50-, 60-, 70-, 75- jährige Jubilare) am Sonntag eingeladen. „Passt schon“, würden die Bayern sagen. Meine Mutter war auch dabei. Sie durfte gestern ihr 75.jähriges Konfirmationsjubiläum feiern.
Der Festgottesdienst war ein Lob auf die Nächstenliebe und den Frieden zwischen den Menschen. Alle erlebten die festliche Harmonie der Orgelmusik des Kantors Stiller, des Kirchenchores und der Predigt des Pfarrers Borrmann. „Es ist so einfach! Lobet das Gute, lobet den Gott der Liebe!“ Diesen Ruf hörten alle und nahmen ihn mit nach Hause.

Die 875-Jahrfeier war mehr als eine Pflichtübung der Gemeindeverwaltung. Es wurden Bilder aus der Vergangenheit wach und der Wunsch nach einem friedlichen, liebevollem Leben sichtbar.
Alles Gute für Bad Klosterlausnitz und die Menschen, die die Traditionen des Ortes pflegen. Dazu gehört auch die Pflege der Kirchenmusik und der Klosterkirche.

Für den Inhalt des Textes ist der oben angegebene Bürgerreporter verantwortlich.

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