Südthüringen/Ilm-Kreis (ke) - Eine Woche lang konnten 15 Jugendliche das Thema „Erneuerbare Energien“ nicht nur theoretisch kennenlernen, sondern eigene Solarmodelle bauen und bei Exkursionen die praktische Anwendung der Technologien erleben.
Robert Winter, Paul Wulfert und Mathias John überzeugten Robert Gärtner und Frank Ehmig von ihrem Modell "Partyship"
© Foto: Kerstin EngelmannMöglich machte dies die inzwischen siebenten „Energieferien im Thüringer Wald“ in der ersten Herbstferienwoche. „Es ist die Mischung aus Bildung und Freizeit, die das Camp so besonders macht. Inzwischen ist es nicht mehr aus dem Ferienkalender wegzudenken“, so Cornelia Grimm, Regionalmanagerin des Vereins forum Thüringer Wald e.V.. Ausgangspunkt für alle Aktivitäten war das Schullandheim Heubach. So besuchten die Jugendlichen der 8. bis 10. Klasse, unter ihnen auch drei Schüler aus dem Ilm-Kreis, unter anderem die Technische Universität Ilmenau und das Pumpspeicherwerk Goldisthal. Aber diese Exkursionen und das sportliche Freizeitprogramm liefen eher „nebenbei“, denn bis zu sechs Stunden am Tag bastelten die Jugendlichen in vier Teams an ihren eigenen Solarmodellen. Dazu bot das Solardorf in Kettmannshausen die besten Voraussetzungen.
Die Präsentation der selbstgebauten Solarmodelle in der Firma Bosch Solar Energy AG in Arnstadt war sicher nicht nur ein toller Abschluss, sondern der Höhepunkt des einwöchigen Ferienaufenthaltes. Durften die Schüler doch bei einer Führung durchs Unternehmen auch einmal hinter die Kulissen der Solarzellen- und Waferproduktion schauen. „Und hier darf nicht jeder rein“, betonte Peter von Wartenberg, Werksleiter von Arnstadts größtem Arbeitgeber. Bei der Präsentation der Ergebnisse kamen erstaunliche Modelle zum Vorschein: Zwei Solar-Kreissägen mit CD-Sägeblatt traten gegen ein solarbetriebenes Flugzeug und ein Partyschiff an. Und auch wenn der Jury zu der Bosch-Ausbildungsleiter Robert Gärtner und Fachausbilder Frank Ehmig gehörten, die Entscheidung sehr schwer fiel, wurde das Partyschiff von Robert Winter (Holzhausen), Mathias John (Ilmenau) und Paul Wulfert (Wandersleben) trotz kleiner technischer Probleme ihr Favorit. In einem anschließenden Gespräch erfuhren die Schüler, welche beruflichen Perspektiven ihnen die Branchen der erneuerbaren Energien bieten.
Etwas Kopfzerbrechen bereitete den Organisatoren und ihren Partnern die Tatsache, dass sich nur Jungen für das Camp beworben hatten. Eine Intension für das Camp sei ja auch die Nachwuchsgewinnung für die Region, so Kersten Mey von der IHK Südthüringen. Man müsse sich überlegen, wie auch Mädchen stärker für eine berufliche Zukunft im Bereich der erneuerbaren Energien begeistert werden können, stellte Angelika Knötig von der Suhler Arbeitsagentur fest.
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