Pressemitteilung der SPD Bad Karlshafen zur Hafengestaltung

Forderung nach sofortigem Baustopp der Plattenverlegung

Bad Karlshafen (brv) – In Bad Karlshafen regt sich Unmut von Seiten der SPD, was die Verlegubng der Gehwegplatten im Rahmen der Gestaltung des Hafenumfeldes angeht. Die Partei sieht seitens der Verantwortlichen der Bauarbeiten einen Verstoß im Bezug auf Absprachen, was die Wiederverwendung historischer Bestandsplatten angeht. In einem Schreiben fordert die SPD einen sofortigen Baustopp:

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Plattenverlegung am Hafen.

© Foto: SPD Bad Karlshafen

Seit Montag, dem 12.04.2021, werden auf der Baustelle zur Gestaltung des Hafenumfelds in Bad Karlshafen am Hafenplatz auf der Rathausseite östlich des Rathauses die Gehwegplatten verlegt. Mit Empörung und Unverständnis reagieren Anwohner, Bürgerinnen und Bürger, Heimatverein Bad Karlshafen sowie Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung auf die Tatsache, dass hier ausschließlich neue Sandsteinplatten zum Einsatz kommen, weil in Versammlungen, Lenkungsausschuss-Sitzungen sowie städtischen Gremien von Seiten der Stadtverwaltung die Zusagen gegeben wurden, in diesem Bereich die zu Beginn der Bauarbeiten aufgenommenen historischen Bestandsplatten weitestgehend wieder zu verwenden.
Deshalb hat die SPD-Fraktion der Stadtverordnetenversammlung Bad Karlshafen am Donnerstag, dem 15.04.2021, beschlossen, bei den zuständigen Stellen einen sofortigen Baustopp bezogen auf die Verlegung der Platten auf der Rathausseite des Hafenplatzes zu fordern und begründet dies wie folgt:
Weder die Baufirma noch die Bauleitung des Planungsbüros sowie die zuständigen Stellen in der Stadtverwaltung der Stadt Bad Karlshafen halten sich im Detail an die Vorgaben der Planung, die den Vertretern der städtischen Gremien, der Lenkungsgruppe und dem Heimatverein Bad Karlshafen vor ca. einem Jahr vorgestellt und zugesagt wurden, gehalten haben.
Dies gilt insbesondere für die äußerst wichtige Wiederverwendung der historischen Sandsteinplatten auf den Bürgersteigen links und rechts des Rathauses. Es kann unmöglich sein, dass alle historischen Sandsteinplatten auf dieser großen Fläche zwischen dem ehem. Zollamt und dem Rathaus beim Ausbau zu Bruch gegangen sind. Es erscheint wahrscheinlicher und war auch augenscheinlich, dass die Platten bei der Aufnahme eher wenig pfleglich als zur geplanten Wiederverwendung vorsichtig ausgebaut wurden.
Die Planer und auch der Bürgermeister wurden wiederholt in Gremiensitzungen und Lenkungsgruppe auf die Bestandsplatten und insbesondere auf die einmaligen alten Platten mit den Regenablaufrinnen angesprochen und darauf hingewiesen, dass viele der Platten bei einer früheren Neuverlegung im Bereich des Alten Zollhauses völlig sinnlos als "normale" Gehwegplatten verlegt worden seien. Daraufhin wurde zugesagt, dass man bei der Wiederverlegung der aufgenommenen Altplatten im Bereich des Rathauses darauf achten werde, dass die Platten sowohl ihrer ursprünglichen Funktion entsprechend und der Logik folgend an den Fallrohren der Häuser beginnend verlegt würden. Sofern Platten fehlen würden, sollten diese durch „dem alten Vorbild angepasste neu gefertigte Platten“ ergänzt werden. Dieses wertvolle Material wurde jahrzehntelang gesehen, genutzt und als bedeutendes historisches Wahrzeichen der Stadt bewundert.
Wenn nunmehr auf dem Gehweg der Rathausseite ausschließlich neue Platten und keine Rinnenplatten verlegt werden, so entspricht das nicht dem letzten bekannten Sachstand und stellt in unseren Augen einen Verstoß gegen die Vorgaben des Denkmalschutzes dar. Es stellt sich auch die Frage, warum so schnell so viele neue Platten geliefert und eingebaut werden konnten; hier liegt die Vermutung nahe, das gesamte Vorgehen ist seit langem bekannt.
Die Verwendung der Bordsteine aus skand. Granit mag man noch hinnehmen, obwohl bekannt ist, dass Wesersandstein aus entsprechenden Steinbrüchen als besonders hart und widerstandsfähig gilt, so sind die autogerechten Radien der Eckausbildungen um die Eckhäuser historisch und gestalterisch falsch. Davon abgesehen, ist der Baufirma noch nicht einmal diese Linienführung gestalterisch gelungen.

i.A. Karl-Erwin Franz
stv. Fraktionssprecher und Geschäftsführer
SPD-Fraktion Bad Karlshafen und Helmarshausen

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