Ein Personalausweis reicht zur Stimmenabgabe vollkommen aus.

Stichwahl in Gera - jetzt gilt es!

Gera (dh) - Sind die Bürger des Wahlkampfes müde oder überlassen sie einem Bruchteil derer, die wählen gehen werden, wer in Zukunft an der Spitze der Stadt steht? Das wird sich wohl erst am Abend des 6. Mai 2012 herausstellen. Eine Wahlbenachrichtigung braucht der Wähler nicht wirklich, vorausgesetzt er weiß in welches Wahllokal er gehen muss. Der Personalausweis reicht völlig um die Identität zu überprüfen.
Zur Wahl stehen die Kandidaten Dr. Viola Hahn (parteilos) und Amtsinhaber Dr. Norbert Vornehm (SPD). Vor zwei Wochen gewann Frau Dr. Hahn den ersten Wahldurchgang mit beachtlichen 47,6 Prozent der Wählerstimmen. Dr. Vornehm kam auf etwas über 29,7 Prozent der Stimmen. Ein klares Votum und Bekenntnis zum Wechsel.

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Dr. Viola Hahn (parteilos) und Dr. Norbert Vornehm (SPD) werden am Sonntag in Gera zur Stichwahl antreten.

 

© Foto: Peter Thiele

+++++Das Endergebnis um 19:40 Uhr+++++

+++++++ Aktuelle Informationen von 18.55 Uhr +++++

+++++++ Aktuelle Informationen von 18.40 Uhr +++++

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+++++++ Aktuelle Informationen von 18.00 Uhr +++++

 

Die Einwohner der Otto-Dix-Stadt, der Sportstadt, der ehemaligen Reußresidenz oder auf den Bussen der Verkehrsbetriebe steht auch Lions-City, können am Sonntag ihre Stimme in den 91 Stimmbezirken abgeben, wofür wieder gut 600 Wahlhelfer ehrenamtlich tätig werden. Das Thema Wahlkampf war täglich Gegenstand von privaten Unterhaltungen und oft ein Grund für Diskussionen. Aber noch einmal zur Erinnerung:

Die Kandidatin Dr. Viola Hahn steht für ein 100-Tage Schulbauprogramm, einen Kassensturz, die Senkung der Steuern für die Wirtschaft, damit mehr Unternehmen nach Gera kommen. Es sollen nicht die wenigen Unternehmen die hohen Steuern zahlen, sondern viele Firmen die niedrigeren Steuern und somit auch mehr Arbeitsplätze entstehen. Sie will ausserdem erreichen, dass die Geraer wieder positiver ihrer Stadt gegenüberstehen und möchte auch eine bessere Zusammenarbeit mit dem Land und den angrenzenden Landkreisen erreichen, um die Region zu stärken.
Der Kandidat Dr. Norbert Vornehm wird an seinem ursprünglichen Konzept festhalten und möchte aus Gera eine kunstorientiertes, modernes Oberzentrum machen. Dabei stehen die Visionen für große Projekte im Vordergrund. Er möchte die Zahl der Arbeitslosen in Gera bis 2018 halbieren und plant den Ausbau der Straßenbahn bis Gera-Langenberg. Er wird an den hohen Steuern festhalten, da es aus seiner Sicht unabdingbar ist, damit Theater, Hofwiesenbad und viele anderen Einrichtungen der Stadt unterhalten werden können.

Zwei Wochen - Zwei Lager

Die vergangen zwei Wochen waren geprägt vom aggressiven Wahlkampf der beiden Lager von Dr. Hahn und Dr. Vornehm. Der amtierende OB spielte so auch mit den Ängsten der Einwohner. „Nur mit mir geht es in Gera vorwärts. Mit Frau Hahn wird die Stadt nur Schritte zurück erleben. Es müssen viele soziale Einrichtungen bei einer Steuersenkung sofort geschlossen werden, weil Geld fehlen wird.“ Frau Dr. Hahn kontert hingegen „Ich kann als Oberbürgermeisterin fast alle Entscheidungen von solcher Tragweite gar nicht alleine beschließen. Dazu bedarf es auch immer der Zustimmung des Stadtrates. Für den Fall dass der Plan mit den Steuersenkungen Realität wird, wird es im Vorfeld definitiv Gespräche geben, wie wir die Einrichtungen der Stadt finanziell absichern oder Ersatz geschaffen wird, alles andere macht keinen Sinn.“
Weiterhin lieferten sich die Anhänger beider Lager in Internetforen einen manchmal unsachlich, verbalen Schlagabtausch. Dabei wurde auch die Arbeit der regionalen Tagespresse in Frage gestellt und oft auch als parteiisch bezeichnet.
Moniert wurde zum Beispiel, dass die Lokalchefin einer hiesigen Tageszeitung bei einem Podiumsgespräch, bei dem sie auch Moderatorin war, für den amtierenden Bürgermeister mehrmals Fragen mit beantwortete.
Frau Dr. Hahn wurde indes scharf angegriffen, weil sie angeblich nicht auf die „Flyerattacke“ auf Dr. Vornehm und Dr. Porst reagierte. Hier wird die Firma Raatz verantwortlich gemacht, den Flyer verteilt zu haben, ohne diesen vorher auf ein Impressum (Verantwortlichkeit) zu prüfen. Raatz wirkte eben auch im Wahlkampfteam von Frau Dr. Hahn mit. Diese äußerte sich aber insofern, dass sie mit dem Verteilen des Flyers nicht in Verbindung gebracht werden möchte. Der amtierende OB brachte eine Woche später selbst einen Wahlkampfflyer heraus, welcher nach Meinung vieler Bürger ebenso aggressiv Frau Dr. Hahn angreift.
Es ist sehr spannend, wer bei den Wählern insgesamt gepunktet hat. Ist es Dr. Vornehm, der schon vor dem Wahlkampf mit Demonstrationen für bessere Schulen in Gera zu kämpfen hatte oder ist es die aktuelle Chefin des Geraer Finanzamtes, die sich bisher politisch nicht groß in Szene setzen konnte, aber für ein heimatliches Miteinander in Gera steht? Wobei heimatlich auch nicht falsch sein muss. Viele Städte und Ortschaften in Deutschland, die mit gewissem Stolz auf ihre Heimat schauen und das auch so nach außen tragen, stehen meist gesund auf beiden Beinen. Hier hält man bei Problemen gut zusammen. Das könnte auch in Gera funktionieren!

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