Lange Nacht der Poesie

Weisheit, Witz und Wahnsinn

Bad Karlshafen (bs) - Im Kursaal waren fast alle Plätze ausgebucht und die Gäste erwarteten gespannt die Künstler bei guter Bewirtung durch das Weinhaus Römer. Eine Auswahl der Künstler der Compagnie Poesie, die von Schriftsteller Manfred Hausin vor mehr als 25 Jahren ins Leben gerufen wurde, waren nach Bad Karlshafen gekommen.

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„Wolfgang Grieger und die High Nees“ brachten ihr „Stiefeloflöt“ mit.

© Foto: Siebrecht

Bürgermeister Otto Ullrich begrüßte das Publikum und die Künstler und dankte den Sponsoren AWS-Gelsenwasser AG, Baugeschäft Gebrüder Wagner, Kasseler Sparkasse, Krebs & Riedel und Ing. - Büro Oppermann, die zum wiederholten Mal mit ihrem finanziellen Engagement die Lange Nacht der Poesie in Bad Karlshafen ermöglichten. Um den Kontakt zu den Künstlern kümmerte sich Dorothee Römer und für alles Organisatorische war Astrid Kaiser zuständig. Die beiden Damen erhielten als Dank für ihren Einsatz vom Bürgermeister einen Blumenstrauß.
MANFRED HAUSIN, der durch seinen Wortwitz und präzisen Sprachgebrauch begeisterte, stellte die Auswahl der Künstler zusammen, führte durch das Programm und füllte die Lücken mit seinen Gedichten aus dem neuen Gedichtband „Liebe für immer“.
Den Auftakt gab ein Quartett junger Liedermacher mit den Namen SCHNAPS IM SILBERSEE. Die drei Gitaristen wurden von einer Bratschistin begleitet und berichteten von üblen Vermietern, oder dem Versuch kreative Engpässe durch Liebeskummer zu beheben. Die Poeten in Jeans und Turnschuhen brannten vor Begeisterung und brachten eine breite Palette Lieder zwischen nachdenklich Weltverbesserndem und ausgelassen Quatsch zu Gehör.
IMME KOCH, Dichterin und Diakonin kam barfuss auf die Bühne und betrachtete in wenigen Worten staunend, verspielt oder kritisch, ganz Alltägliches und sagte unter anderem „kneif mich mal“ zur guten Fee.
Das Duo HIN & WEG bestand aus zwei Damen, die mit kleinen Drehorgeln ein Konzert gaben, Erkenntnisse über ihre persönliche Klimakatastrophe in den Wechseljahren berichteten oder mit einem Aufzug ins All fuhren. Die Show der beiden war mit einfallsreichen Requisiten gespickt und begeisterte das Publikum.
MICHAEL AUGUSTIN, der bekannte Rundfunkredakteur aus Bremen, betrachtete in seinen Gedichten die Welt von rückwärts mit Lesungen aus seinem Gedichtband zum Thema „Reise“ und erzielte Nachdenklichkeit und Gelächter. Eine Premiere war das Gedicht über das Meer, das Michael Augustin per Clip aus dem Internet sich selbst vorlesen ließ.
WOLFGANG GRIEGER UND DIE HIGH NEES brachten die Stimmung zum Höhepunkt des Abends durch den Einsatz von witzigen Texten und selbst konstruierten Instrumenten wie dem Stiefeloflöt oder dem Dosimba aus Marmeladendosen. Die Lieder über den Fußpflegesalon, den Vorzügen der Gerichtsmedizin oder dem Kläranlagentaucher waren handwerklich auf höchstem Niveau.
Den Abschluss gestalteten die ATHENIANS. Die zwei Griechen und ihre Sängerin spielten griechische Populärmusik und erstaunten durch das virtuose Spiel in Höchstgeschwindigkeit.

Die Poetische Nacht geht direkt ins Herz und zaubert ein Lächeln ins Gesicht. Ein Genuss ohne Kalorien! Termin im nächsten Jahr unbedingt freihalten!

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