Hilfe für kranke Kinder

„Aktion Löwenmama“ startet im Kreis Höxter

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"Löwenmama" Susanne Saage, ganz in ihrem Element.

© Foto: privat

Kreis Höxter (ozm) - „Das tut mir sehr weh,“ sagt „Löwenmama“ Susanne Saage aus Nieheim-Sommersell, „in diesem Jahr kann ich wegen der Pandemie nicht persönlich zu den kranken Kindern ins Krankenhaus, um ihnen die Weihnachtsgeschenke zu bringen.“ Nicht in strahlende, dankbare Kinderaugen schauen zu können, denn das war immer der schönste Lohn für die Mühe. Seit über 19 Jahren erfüllt Susanne Saage, die kürzlich für ihr soziales Engagement mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde, schwer kranken Kindern im Krankenhaus kleine Wünsche.
Entstanden ist die mittlerweile bundesweite Idee aus eigener, schmerzhafter Erfahrung. Ihr jüngster Sohn Moritz (heute 19) erkrankte mit neun Monaten an Leukämie und musste über Weihnachten das Krankenhausbett hüten. Klar, dass die Familie den Kleinen mit Geschenken versorgte. Neben der Sorge um ihr Kind stellte sie fest, dass auch die anderen Kinder im Krankenhaus und vor allem die Geschwisterkinder empfänglich für die Erfüllung kleiner Wünsche waren. Im Laufe der ersten Jahre entwickelte Susanne Saage ein einfaches, aber beeindruckendes System: Die schwer kranken Kinder notieren auf den Krankenstationen ihre Wünsche auf speziellen Wunschzetteln, die dort ausliegen. Mit einer Wünscheliste stellt die „Löwenmama“ in Geschäften, die diese Artikel führen, einen Gabentisch zusammen. Jeder, der den Kindern helfen möchte, kann einen der Artikel kaufen und hinterlässt ihn im Geschäft. Dort werden die Geschenke rechtzeitig von vielen freiwilligen Helfern abgeholt und nett verpackt, so dass die Geschenke rechtzeitig zum Heiligen Abend ins Krankenhaus gebracht werden können. „Zuerst schaffte ich die Besuche noch persönlich hier im Kreis Höxter,“ berichtet die „Löwenmama“. Das wird zunehmend eine logistische Herausforderung, denn inzwischen haben sich Krankenhäuser von Sylt bis zum Schwarzwald der Aktion angeschlossen.
„Alles das wird dieses Jahr anders verlaufen müssen,“ bedauert Susanne Saage. „Aufgrund der coronabedingten Besuchseinschränkungen kann ich die Geschenke nur im Krankenhaus abgeben und erlebe nicht die Reaktion der Kinder.“ Das sei sonst immer der schönste Lohn gewesen. Aber in Zeiten, in denen nur Eltern einzeln ihre Kinder besuchen dürfen, muss es eben so gehen.
Wieso „Löwenmama“? Diesen Titel erhielt sie, als sie seinerzeit wie eine „Löwenmama“ um ihr krankes Kind kämpfte: „Aufgeben war für mich keine Option!“ Die gleiche Kraft steckt Susanne Saage seit dieser Zeit in ihre Aktion, opfert Freizeit und Urlaub, begeistert ihre Familie mit Ehemann und den drei Söhnen sowie eine Gruppe von freiwilligen Helferinnen und Helfern. Anlässlich der kürzlichen Ordensverleihung erzählte eine Helferin aus dem Harz.“Wenn Susanne anruft, kannst du einfach nicht Nein sagen.“ Auch Ex-Landrat Friedhelm Spieker, der ihr im September das Bundesverdienstkreuz ansteckte, zollte der „Löwenmama“ in seinen Gedanken zum Abschied vom Amt höchstes Lob: „Solche Menschen bewegen mich, denn sie bewegen andere, ohne auf finanziellen Lohn zu achten.“
Die Liste der an der Aktion beteiligten Geschäfte und anderer Sponsoren wird immer länger. So stellte ihr zum Beispiel voriges Jahr ein namhafter Karosseriebauer einen Pkw zur Verfügung, um die vielen notwendigen Fahrten zu meistern. „Trotzdem sind Spenden und weitere Helfer (möglichst mit Pkw) immer willkommen,“ so die Organisatorin. Kontakte sind möglich unter ssaage@web.de. Wer sich allgemein über die Aktion informieren möchte, findet alles im Netz unter www.aktion-loewenmama.de.
Hier wird man fündig: Steinheim: Kaufhaus Schwager, Ernsting's family, Buchhandlung Reineke, Foto Beckmann, Schuh Klocke, Sanitär Adam; Bad Driburg: Leder Gockel, Fa. Eilebrecht; Brakel: Buchhandlung Schröder; Höxter: Spielwaren Larusch, Buchhandlung Thalia, Mode- und Sporthaus Klingemann, Elektromarkt Expert; Beverungen: Citykauf; Warburg: Elektro Unger, Ernsting's family.

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