Satire zeigt Gefahr von Wechselwirkungen auf

Ernstes Thema humoristisch aufbereitet

Bild anzeigen

In der Kampagne WeWi-TV erfahren die Patientinnen und Patienten satirisch zugespitzt beispielsweise, dass die gleichzeitige Einnahme von Antibaby-Pille und Johanniskraut die Chance auf eine ungewollte Schwangerschaft ungemein erhöht.

© Foto: privat

Höxter (ozm) - „Manchmal muss man ernste Themen humoristisch ansprechen, damit der Ernst der Lage klar wird“, erklärt Apotheker Björn Schmidt, Sprecher der Apothekerschaft im Kreis Höxter. Und die Lage ist ernst: „Jede zehnte Krankenhauseinweisung geht auf unerwünschte Arzneimittelwirkungen zurück. Daher beteiligen sich viele Apotheker im Kreis Höxter an einer Kampagne, die solche unerwünschte Arzneimittelwirkungen satirisch aufs Korn nimmt. Viele Apotheken verweisen auf ihren Social-Media-Kanälen auf satirische Videos unter dem Stichwort „WeWi-TV“ (wobei „WeWi“ für Wechselwirkungen steht). Auch in der analogen Welt werden die Informationen mittels humoristischer Postkarten mit „WeWi-Bauernregeln“ unters Volk gebracht. Zu finden sind die Inhalte auch unter www.wewi.tv.
Der Inhalt ist digital wie analog identisch: „Die Redaktion von WeWi-TV hat recherchiert und präsentiert die erfolgreichsten Verbraucher-Tipps, mit denen sich das Minimum an Wirkung bei einem Maximum an Wechselwirkungen aus Medikamenten herausholen lässt“, betont der Apotheker.
Satirisch zugespitzt erfahren Patientinnen und Patienten beispielsweise, dass die gleichzeitige Einnahme von Antibaby-Pille und Johanniskraut die Chance auf eine ungewollte Schwangerschaft ungemein erhöht, und dass die Wirkung vieler Antibiotika ganz einfach vermieden werden kann, wenn zugleich Milch oder Joghurt konsumiert werden. Damit es nicht zu Missverständnissen kommt, werden die Nutzer jederzeit darauf hingewiesen, dass es sich um satirische Inhalte handelt. „Die seriöse Erklärung ist dann nur einen Klick entfernt und macht unmissverständlich klar, dass Arzneimittel keine Bonbons und Wechselwirkungen alles andere als harmlos sind. Patientinnen und Patienten sollten im Zweifel immer in der Apotheke vor Ort nachfragen, was sie bei der Einnahme ihrer Medikamente beachten müssen“, betont Schmidt. „Diese Botschaft bleibt satirisch zugespitzt jedoch viel leichter im Kopf, als wenn sie allein als nüchterne Information daherkommt.
Die provokanten „WeWi-Bauernregeln“ sind einprägsam: „Sind zum Cholesterin-Senker noch die Grapefruits in dir drin, ist die Niere bald dahin!“ lautet eine davon. Die Rückseite klärt dann auf, dass Grapefruits bestimmte Inhaltsstoffe enthalten, sogenannte Flavonoide, die den Abbau mancher Wirkstoffe hemmen und dadurch ihre Konzentration auf ein toxisches Niveau erhöhen können.
„Die Gefahr und Wechselwirkungen zwischen Lebens- und Arzneimitteln sollte man keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen“, betont der Apotheker und appelliert: „Lassen Sie sich in Ihrer Apotheke vor Ort beraten.“

Möchten Sie diesen Artikel

Versenden Drucken
Anzeige

Diesen Artikel versenden

Absender-E-Mail:*
Empfänger-E-Mail:*
Nachricht:*

* Pflichtfelder