In Wolfenbüttel hat der Dichter viele Spuren hinterlassen

In Lessings Welt

(djd/pt) - Dass es im Leben der größten Dichter eine private Seite gibt, erfahren die Besucher Wolfenbüttels hautnah, wenn sie auf den Spuren von Gotthold Ephraim Lessing die Vergangenheit erkunden.

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Das Lessinghaus, ehemaliges Wohnhaus Lessings und heutiges Literaturmuseum zu Ehren des großen deutschen Dichters. © djd/Tourist-Information Wolfenbüttel

Der große deutsche Dichter kam 1770 als Bibliothekar der berühmten Herzog August Bibliothek nach Wolfenbüttel. Diese Büchersammlung war einst die größte Europas und wurde zur Zeit des Herzogs August, also im 17. Jahrhundert, als achtes Weltwunder angesehen.

Mehr als bibliophile Kostbarkeiten

Heute befindet sich hinter den mächtigen Mauern eine moderne, international anerkannte Forschungsbibliothek. Von den 1.000.000 Bänden, die hier gehütet werden, stammen circa 350.000 aus der Zeit des 15. bis 18. Jahrhunderts. Ein Besuch der musealen Räume der Bibliothek - Augusteerhalle, Schatzkammer, Globensaal, Kabinett und Malerbuchsaal - ist nicht nur für bibliophile Gäste ein spannender Ausflug in die Vergangenheit. Die Wohnungsfrage wurde für den Bibliothekar Lessing damals auf recht luxuriöse Weise gelöst: Er konnte ein paar Zimmer im Schloss beziehen, weil der Herzog dort nicht mehr residierte. Mehr als fünf Jahre wohnte Lessing hier. 1776 heiratete er seine Frau Eva König und zog mit ihr ins heutige Lessinghaus. Weihnachten 1777 kam Sohn Traugott auf die Welt, verstarb aber schon am folgenden Tag. Im Januar starb Eva Lessing an Kindbettfieber.

Tragische Schicksale

Als Schriftsteller hatte Lessing mehr Glück. In seinen Wolfenbütteler Jahren vollendete er mit "Emilia Galotti" und "Nathan der Weise" zwei seiner bekanntesten Dramen, die bedeutende Bestandteile der deutschen Literatur wurden. Wer in Wolfenbüttel den tragischen Schicksalen der Emilia Galotti und der Eva Lessing nachspürt, hat sicher auch Interesse an der Themenführung "Lessing in Wolfenbüttel" oder an einer literarischen Stadtführung, bei der weitere Literaten, die in Wolfenbüttel wirkten, vorgestellt werden. Ein besonderes Erlebnis ist der leibhaftige Auftritt des großen Dichters unter dem Motto "Gotthold Ephraim Lessing gibt sich die Ehre", buchbar zur Kaffeetafel oder zum festlichen Abendessen.

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