Awassa/Beverungen - Zwei Mitglieder des Vereins Dritte Welt und Umwelt e.V. reisten nach Äthiopien, um die Waisenkinder im Kinderdorf Awassa zu besuchen. Im Gepäck waren Schulrucksäcke und Süßigkeiten, die den 70 Kindern viel Freude machten und für einen herzlichen ersten Kontakt sorgten.
Noch während der Begrüßung kam die Nachricht, dass das Dorf als beispielgebend mit einem ersten Preis ausgezeichnet wurde. Die grüne Oase inmitten einer ausufernden Stadt hat sicherlich dazu beigetragen. Wichtiger ist aber das Konzept: Kinder in Äthiopien für Äthiopien zu erziehen und auszubilden.
Alle besuchen privat geführte Schulen, die ein gutes Bildungsniveau garantieren. Im Dorf gibt es weitere Förderung durch geschultes Personal und einen Sozialarbeiter. Die Schüler können sich so mit viel Energie und Begeisterung immer wieder erste Plätze bei den jährlichen Abschlussprüfungen erarbeiten. Einige von Ihnen erreichen die Hochschulreife und können eine äthiopische Universität besuchen. Für diese Jugendlichen haben die Beverunger Mitglieder vom Verein Dritte Welt und Umwelt e.V. einen speziellen Hilfsfond eingerichtet, der bis zum Abschluss des Studiums die staatliche Förderung ergänzt.
Für handwerkliche Ausbildung, insbesondere für junge Frauen, sorgen Werkstätten, die an das Dorf angegliedert sind und jährlich über 100 Jugendliche aus sozial schwachen Bevölkerungsschichten auf das Berufsleben vorbereiten. In den meisten Fällen erhalten sie direkt nach der Ausbildung einen Arbeitsplatz.
Ein wichtiger Punkt ist die Reintegration der Jugendlichen in das öffentliche Leben. Es werden Familien gesucht – möglichst Verwandte – die die Kinder im Alter von ca. 16 Jahren bei sich aufnehmen und ihnen mit finanzieller Unterstützung des Dorfes den weiteren Schulbesuch ermöglichen. Der Sozialarbeiter beobachtet das Zusammenleben und die Kinder treffen sich einmal wöchentlich im Dorf um Probleme zu besprechen.
Ein Geschwisterpaar war bei dem Großvater und seiner Frau untergebracht worden. Die Frau weigerte sich aber, die Kinder zu versorgen und verließ den Mann. Daraufhin musste das Mädchen für den Großvater, der durch ein Augenleiden seine Arbeit verloren hatte, mittags kochen, konnte also nicht bis 3 Uhr die Schule besuchen, die mit Verweis drohte. Seitdem hat Elfi Strumpen ein Patenkind in Awassa. Sie bezahlt die Frau, die die täglichen Mahlzeiten für den blinden Großvater kocht.
Trotz aller Erfolge der vergangenen 10 Jahre, die das Dorf nun besteht, sind noch viele Probleme zu lösen. Die Energieengpässe werden im kommenden Jahr durch eine Solaranlage behoben. Ein neues Haus für ca. 30 Kinder wird gebaut und ab sofort werden 10 Kinder zusätzlich in das Dorf aufgenommen. Damit wird wieder eine kleiner Beitrag zur Lösung des gewaltigen Waisenkinderproblems in Äthiopien geleistet.
Als ehrenamtlich arbeitender Verein, der sein Projekt aus den Erträgen von Einzelspenden, Patenschaften, Veranstaltungen wie der Adventsfahrt auf der HESSEN, Vorträgen und Informationsständen finanziert können Sie persönlich helfen oder durch Spenden (Konto 111122000 BLZ 47260121) und Patenschaften aktiv werden.
Informieren Sie sich bitte auch auf der Homepage: kinderdorf-awassa.org
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