V.l.: Inge Paare-Renkhoff, Heinz Struck und Marianne Winkelhahn sind mit dem Ergebnis der Ausstellungs-Aktion sehr zufrieden.
© Foto: OttoHöxter (mo) - Eine bunt beklebte Aufsteller-Wand „umfasst und dokumentiert alle Lebenslagen“, so Marianne Winkelhahn vom Behindertenbeirat Höxter. In der Volksbank-Filiale in der Möllinger-Straße fand sich in den letzten Wochen die Gelegenheit, Zettel mit für Behinderte problematischen Orten und Situationen im Stadtbild zu beschriften und auf der Wand anzubringen. So ergab sich eine aufschlussreiche Perspektive auf das Stadtbild, wie sie Menschen mit Handicap tagtäglich haben.
So finden sich etwa Wünsche nach barrierefreien Zugängen zum Historischen Rathaus, der Volkshochschule und dem Jugendtreff. Marianne Winkelhahn, auf den Rollstuhl angewiesen, kann aus erster Hand die Frustration schildern, die es mit sich bringt, wenn man auf Mitmenschen angewiesen ist, die beim Bewältigen der Treppen behilflich sein müssen. Auch das Problem von Hindernissen in Form von Verkaufsständen auf dem Bürgersteig, die zum Ausweichen auf „die Buckelpiste“ der Fußgängerzone zwingen, kann sie absolut nachvollziehen, ebenso natürlich die anderen Schilderungen auf der Wand. Diese umfassen allerdings nicht allein Barrieren für Gehbehinderte wie Treppen oder zuwenige abgesenkte Bordsteine, sondern auch Dinge wie den Wunsch nach mehr behindertengerechten Toiletten oder auch Büchern mit größerer Schrift.
Die Zettel werden nun abfotografiert und an die betreffenden Institutionen gesendet.
Der Aufsteller, der als Forum diente, fand seinen Platz im Zuge der Kunstausstellung „... mit Behinderungen ist zu rechnen“ von Phil Hubbe, die mit humorvoll-ironischen Cartoons das Thema von Behinderung im Alltag aufgriff und sich intensiver Betrachtung erfreute. Filialleiter Heinz Struck bestätigte das große Interesse der Kunden, nicht nur in den Wartepausen, was wohl ganz besonders an der provokativen Art des Künstlers liegt.
Der Behindertenbeirat Höxter existiert seit Juli 2010 und sorgte bereits mit anderen Aktionen für Aufsehen, etwa durch den „Rollstuhl-Tanz“, womit er darauf abzielt, zum Gespräch anzuregen und den Mitmenschen die häufigen Berührungsängste zu nehmen.
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