Die Pfauen und die Krähe
Eine stolze Krähe schmückte sich mit den ausgefallenen Federn der farbigen Pfaue und mischte sich kühn, als sie genug geschmückt zu sein glaubte, unter diese glänzenden Vögel der Juno. Sie ward erkannt, und schnell fielen die Pfaue mit scharfen Schnäbeln auf sie, ihr den betrügerischen Putz auszureißen.
"Lasset nach!", schrie sie endlich, "ihr habt nun alle das Eurige wieder." Doch die Pfaue, welche einige von den eigenen glänzendenSchwingfedern der Krähe bemerkt hatten, versetzten: "Schweig, armselige Närrin, auch diese können nicht dein sein!" - und hackten weiter.
(Gotthold Ephraim Lessing)
Die Moral der Fabel: Wer sich mit fremden Federn schmückt, muss mit Strafe rechnen.
Das Verhalten der Politikerinnen und Politiker, die Ihren Doktortitel auf der Grundlage von Abpinselei aus anderen Schriften erworben haben, sind sehr risikofreudig bzw. spekulativ, aber auch hinterlistig. Sie haben damit nicht nur das Ziel, promoviert zu sein, verfehlt, sondern auch den Anspruch verloren, Vertreter des Volkes als Teil des Souveräns, der Parlamente zu sein.
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