Weltrotkreuztag am 8. Mai: Das Rote Kreuz zwischen Kindergarten und Krisengebiet

Bild anzeigen Die drei international gebräuchlichen Schutzzeichen © DRK Hofgeismar

Hofgeismar -  Am 8. Mai ist Weltrotkreuztag. Er erinnert an den Geburtstag Henry Dunants, des Gründers der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung. Weltweit engagieren sich heute 187 Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften, um die vielfältigen, sich verändernden Aufgaben der internationalen Organisation zu meistern.
Hausnotruf, Blutspendedienst, Erste-Hilfe-Kurse, Kinderbetreuung – das Rote Kreuz in Hessen hat vielfältige Aufgaben. Der demografische Wandel stellt dabei auch das DRK in Hessen vor Herausforderungen, zum Beispiel bei der Blutspende, beim Thema Fachkräftemangel in der Pflege oder im Ehrenamt. „Gravierend sind aber auch die weltweiten Veränderungen“, so Dr. Angelika Schade, Vizepräsidentin des DRK Landesverbandes Hessen. „Schließlich agiert das Rote Kreuz nicht nur in Friedens-, sondern ebenso in Kriegs- und Krisengebieten wie Afghanistan und Syrien.“

So ist es eine wichtige Aufgabe des Roten Kreuzes, die Regeln des humanitären Völkerrechts zu verbreiten, damit die Teilnehmer bewaffneter Konflikte sie im Ernstfall auch kennen und entsprechend umsetzen können. Außerdem ist es Teil seines Auftrags, die Einhaltung des humanitären Völkerrechts durch die Parteien eines bewaffneten Konfliktes einzufordern.

Seit der Verabschiedung der Genfer Konventionen im Jahr 1864, die eng mit der Gründung des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz verbunden sind und deren Initiator ebenfalls Rotkreuz-Gründer Henry Dunant war, hat sich der Charakter kriegerischer Auseinandersetzungen stark verändert. Der Übergang von Friedens- zu Kriegzeiten und umgekehrt ist in aktuellen Konflikten häufig fließend. Krieg wird, zum Beispiel in Bürgerkriegssituationen wie im Kongo, nicht mehr erklärt, sondern entwickelt sich aus schwellenden Konflikten. Krieg findet nicht mehr auf klar umgrenzten Schlachtfeldern statt, sondern häufig in bewohnten Gebieten und mitten im Alltag. Kriegsteilnehmer und Zivilpersonen sind immer öfter nicht mehr klar voneinander zu unterscheiden. Dies führt dazu, dass sich Situationen, in denen weder humanitäres Völkerrecht noch Menschenrechte klar anwendbar sind, mehren. Hier entsteht ein gefährlicher rechtlicher Freiraum, in dem die Menschen nicht durch verbindliche Regeln und Gesetzte geschützt sind.

„Vor diesem Hintergrund“, so Schade, „müssen das humanitäre Völkerrecht und die Menschenrechte weiter entwickelt werden, um schutzfreie Zonen so weit wie möglich zu verhindern. Dies ist für die Arbeit der weltweiten Gemeinschaft von Menschen in der internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung unabdingbar, um den Opfern von Konflikten und Katastrophen sowie anderen hilfsbedürftigen Menschen unterschiedslos Hilfe gewährleisten zu können.“

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) leistet als Mitglied in der internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung hierzu einen wichtigen Beitrag. So ist die Verbreitung der Kenntnisse des humanitären Völkerrechts sowie der Rotkreuzgrundsätze eine wesentliche Aufgabe für das Rote Kreuz in Deutschland und in Hessen, zum Beispiel über die Verantwortlichen für die Verbreitungsarbeit, die so genannten Konventionsbeauftragten. Darüber hinaus gibt es mit dem Fachausschuss Humanitäres Völkerrecht ein Forum, in dem der Austausch mit Regierungsvertretern und Völkerrechtlern seit Jahren erfolgreich praktiziert wird.

DRK Hofgeismar e. V. - Friedrich-Pfaff-Str. 1, 34369 Hofgeismar
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