Jede Menge „hüpfende Flöhe“ in der Abtei

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Die Teilnehmer des Ukulele-Workshops hatten mächtig Spaß.

© Foto: privat

Marienmünster (ozm) - Ukulele: ein Gute-Laune-Instrument, das kinderleicht zu lernen ist und Riesenspaß macht (Ukulele = hawaiianisch: „Hüpfender Floh“), so war dieser Workshop in der Abtei Marienmünster angekündigt.
Die Kulturstiftung Marienmünster, namentlich Hans-Hermann Jansen, mit dem Förderprogramm LandAufSchwung des Kreises Höxter im Rücken, hatte es ermöglicht, das Volker Schrewe die beiden Musiker der VoiceAkademie aus Zwingenberg als Dozenten für einen Kurs „Singen und Ukulele spielen“ in der Abtei gewinnen konnte: Jeanette Giese, Sängerin und Gesangscoach und Peter Moss, Musikproduzent, Gitarist und u.a. Leiter des weltweit bekannten The United Kingdom Ukulele Orchestra (www.tukuo-show.com).
Die beiden Dozenten wußten alle Möglichkeiten, die dierser wunderbare Ort bietet, für ihren SchnupperAnfängerkurs zu nutzen. Nachdem sich im 2016 eröffneten Besucherzentrum „FORUM Abtei“ die 41 Interessenten für die Ukulele angemeldet hatten – 30 weitere mußten auf eine Wiederholungsveranstaltung vertröstet werden – wurden Leihukulelen verteilt und mitgebrachte Instrumente gesichtet. Eine bunte Schar im Alter von 9 bis über 80 Jahren, Frauen, Kinder mit Ihren Eltern, Männer, mit und ohne musikalische Vorbildung hatte sich eingefunden. Jeanette Giese ging nun für ihr Singcoaching und ein körperlich-stimmliches „Warm up“ mit allen für eine Stunde in den großen Konzertsaal der Abtei. Schnell hatte Sie durch ihre Entertain-Qualitäten und ihre Fähigkeit, Menschen zu begeistern, Ängstlichkeiten und Vorbehalte ausgeräumt und nun wurden erst einmal Alle stimmlich eingestellt auf die Lieder, die es dann auf der Ukulele zu begleiten galt. In geschickter Weise begleitet Peter Moss die einfachen Kanons und Lieder am Flügel, so daß schon die Grundlagen für die später zu lernenden Harmoniewechsel gelegt wurden.
Volker Schrewe kümmerte sich derweil um die Stimmung der mitgebrachten Ukulelen, die zum Teil weniger froh gestimmt waren, als die inzwischen hochmotivierten Sänger. Dann wurde es ernst: Jede und jeder bekam nun seine Ukule und die genaue Anleitung, wie das Instrument zu halten ist. Dann stimmte Peter Moss – er ist Londoner – ein paar Takte des Beatles-Songs „She loves you, yeah, yeah, yeah!“ an, und zum Schlußakkord durften alle einmal die Saiten ihrer Ukulele erklingen lassen (sehr hübsch!) und Peter Moss verkündigte zu aller Überraschung begeistert: „Yeah, great... ! das war ein C6-Akkord – den könnt ihr nun schon!“ Nun ging es an die Finger der linken Hand und das war dann schon etwas schwieriger. Aber nach einiger Zeit erklangen gemeinsam „Bruder Jakob“, „Rosen-Parfum“, „Tom Dooley“ und „Kumbayah My Lord“. Peter Moss hatte die große Gruppe bewundernswert im Griff und dankt der Unterstützung seines Teams, und einer wunderbaren Atmosphäre des sich gegenseitigen Helfens, konnte alle ihre ersten Lieder nach kurzer Zeit begleiten. Das helle, freundliche Besucher-Zentrum mit angenehmer Akustik und vielleicht auch der 150. Psalm über den Köpfen: „Laudate Deum in psalterio et cithara“ taten ein Übriges. Gegen Mittag schmerzten die Finger schon eine wenig, so daß sich alle sehr auf die Pause mit Pizza und Getränken in der Reisescheune freuten. Danach gab es einen kleinen Rundgang über den neuen Holzlehrpfad um die Abtei, bei überraschendem, strahlenden Sonnenschein nach trostlosem Wetterbericht. Volker Schrewe trug noch ein launiges Gedicht über einen geduldigen und zufriedenen Holzwurm auf seinem „Holzweg“ durch dickste Bretter vor und machte damit den Teilnehmern Mut für zwei neue Akkorde, die nicht so ganz einfach für ungeübte Finger waren. Nach einer kleinen Kaffeepause mit Streußelkuchen nahm Peter Moss dann seinen kleinen Ukulelenbaß zur Hand, und damit klang das junge Ukulelenorchester für die begeisterten Teilnehmer schon richtig professionell und alle fühlten sich fast wie Elvis Presley („Muss i denn zum Städtele hinaus“) oder Marilyn Monroe („Some like it hot“), die beide in ihren Filmen mit Ukulele aufgetreten sind, in den 60-ern ein echtes Modeinstrument.
Ganz nebenbei hatte sich die Gruppe zu einem eindrucksvollem gemischten Chor entwickelt. Einige Fachgespräche über die Anwendung der Ukulele in Schule, Kindergarten, jugendarbeit oder Chor schlossen sich an und die Gruppe ging auseinander mit dem Fazit „Das war ein toller Tag, so etwas müssen wir wiederholen!“

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