Junge Landwirte werben mit Homestorys und Großplakaten

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Lisa Schäfer aus Brakel-Bellersen ist auf dem Plakat mit ihrem Bruder Luca zu sehen. „Mein großer Wunsch war es schon immer, mit Tieren zusammen zu arbeiten“, erzählt Lisa. „In meiner Familie arbeiten wir schon seit Generationen in der Landwirtschaft.“

© Foto: WLV

Kreis Höxter (wrs) - Gerade besuchen Lisa Schäfer aus Brakel-Bellersen, Alexander Schlüter aus Beverungen-Amelunxen, Felix Sander aus Borgentreich-Natzungen und Sascha Winkelhahn aus Höxter-Ovenhausen die Fachschule für Agrarwirtschaft in Herford. Die vier jungen Leute teilen die Gemeinsamkeit: Sie lieben ihren Beruf: „Bauer sein ist cool“, sind sie sich einig. Gemeinsam mit acht weiteren Jungbäuerinnen und Jungbauern aus Ostwestfalen-Lippe möchten sie die Landwirtschaft sichtbarer machen.

Alexander Schlüter, Felix Sander und Sascha Winkelhahn sind schon bald auf einem der Großplakate zu sehen. Das Motto: „Ackerfans – die Pflanzen immer im Blick“. Auf dem Banner zu sehen: Sie untersuchen das wachsende Getreide und beurteilen mit fachmännischem Blick die jungen Pflanzen. Dieses Großplakat ist entstanden von ihrem gemeinsamen Siegerfoto zum Wettbewerb Bildkommunikation des Landwirtschaftlichen Bezirksverbandes Ostwestfalen-Lippe mit der Fachschule für Agrarwirtschaft in Herford.

Auch Lisa Schäfer aus Bellersen gewann mit ihrem Foto beim Wettbewerb. Darauf ist sie mit ihrem Bruder Luca und einem Kälbchen zu sehen. Ihr Slogan: „Teamarbeit – jetzt und in Zukunft: „In meiner Familie arbeiten wir schon seit Generationen in der Landwirtschaft“, berichtet die Jungbäuerin. Ihrem Wunsch, mit den Tieren im Team zu arbeiten, folgt sie auch im Moment. Wenn sie nachmittags aus der Schule ist, arbeitet sie auf verschiedenen Höfen, die Kälber großziehen.

Beruf Landwirt ist eine Kunst, Landwirte die Künstler

„In diesem Beruf steckt so viel Herzblut“, so Sascha Winkelhahn. „Letztlich ist der Beruf eine Kunst und wir Landwirte sind die Künstler“. Alexander Schlüter liebt die Vielfältigkeit. Sowohl im Stall als auch auf dem Feld gibt es täglich neue Aufgaben. „Zu meinen liebsten Aufgaben zählen das Ackern, die Bodenbearbeitung und die Aussaat. Mich begeistert es, die Pflanzen wachsen und sich entwickeln zu sehen.“ Aber auch die Arbeit im Stall, besonders mit den Schweinen, bereichert ihn. Neben der Fachschule arbeitet der Junglandwirt aus auf seinem früheren Lehrbetrieb, wo derzeit der Schweinestall umgebaut wird. „So können wir den Tieren mehr Tierwohl bieten“, erläutert er. Felix Sander liebt ebenfalls die Abwechslung: „Zu meinen Highlights gehört das Arbeiten auf dem Acker“, von der Aussaat bis hin zur Ernte könne er sich immer wieder neu für die Pflanzen, ihr Wachstum und ihre Pflege begeistern.

„Zusammenspiel von Pflanze, Tier und Mensch ist wie eine Symphonie.“

„Das Zusammenspiel von Pflanze, Tier und Mensch ist wie eine Symphonie der Natur“, beschreibt der Junglandwirt Sascha begeistert seinen Traumberuf. Besondere Freude mache ihm ebenso der Ackerbau. „Themen wie Umwelt-, Ressourcen – und Klimaschutz sowie Tierwohl sind uns Landwirten ganz wichtig“, heben Sascha und Felix hervor. Dies möchten alle vier mit den Großplakaten nach außen tragen.

Lisa liegt die Tierhaltung am Herzen: „mit ihr schließen wir Kreisläufe“ und durch sie könne nicht essbare Biomasse, wie das Gras, in hochwertige Lebensmittel umgewandelt werden. Der natürliche Dünger stelle eine wichtige Verbindung zwischen Tierhaltung und Ackerbau dar. „Mit dem Wirtschaftsdünger, also der Gülle, düngen wir die Pflanzen. Wir erzeugen Futter und Lebensmittel“, bekräftigt Alexander.

Ukrainekrieg erfordert neues Denken in der Landwirtschaft

Vor dem aktuellen Hintergrund des Krieges in der Ukraine sollten Forderungen wie die Stilllegung von vier Prozent der Felder überdacht werden, sind die jungen Leute, ebenso wie Kreisverbandsvorsitzender Antonius Tillmann der Ansicht: „Wir können die Erzeugung der Lebensmittel nicht immer weiter verringern und dabei vor drohenden Hungersnöten in anderen Ländern die Augen verschließen.“ Hier sei Augenmaß gefragt und „gerade bei uns ist eine qualitativ hochwertige Erzeugung unter Berücksichtigung des Natur- und Umweltschutzes möglich“, erklärt Tillmann, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Höxter.

Wunsch für die Zukunft?

„In der heutigen Zeit fehlen uns Bauernfamilien manchmal Planungssicherheit und Perspektiven“, so Lisa. „Der Boden ist unser wertvollstes Gut!“, sind die Vier überzeugt. Felix erläutert: „Ohne ihn fehlt uns Bauern die Grundlage für die Lebensmittelerzeugung und letztlich fehlt sie dann allen Menschen.“ Die jungen Landwirte aus dem Kreis Höxter wünschen sich für die Zukunft „mehr Respekt und vor allem Perspektiven für einen der schönsten Berufe, die es gibt.“

„Bauer sein ist cool“: Warum?

Das erzählt der landwirtschaftliche Nachwuchs auf der Webseite des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV) www.wlv.de/generation-zukunft-2022. Dort sind die Homestorys der zwölf jungen Leute in voller Länge zu lesen, die demnächst in OWL auf den neuen Plakaten zu sehen sind.

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