Fünf Modellprojekte sollen Integration älterer Beschäftigter verbessern

Qualifikationen älterer Arbeitnehmer nutzen

(TMfWAT) - Mit zunächst fünf Modellprojekten will das Thüringer Wirtschaftsministerium neue Ansätze zur besseren Integration älterer Arbeitnehmer in den Arbeitsmarkt erproben. Der Grund: Trotz sinkender Arbeitslosenzahlen im Freistaat stagniert die Arbeitslosenquote bei den über 50-Jährigen und liegt derzeit mit elf Prozent deutlich über dem Thüringen-Durchschnitt.

Vier von zehn Arbeitslosen sind in Thüringen älter als 50 Jahre. „Wir müssen in Thüringen alle Beschäftigungsreserven erschließen“, sagte Arbeitsminister Matthias Machnig. Gerade die Erfahrungen und Qualifikationen älterer Arbeitnehmer müssten dabei künftig besser genutzt werden. „Die Älteren sind eine ganz wichtige Zielgruppe zur Deckung unseres Fachkräftebedarfs.“

Die fünf Modellprojekte sind aus einem Ideenwettbewerb hervorgegangen, den das Wirtschaftsministerium durchgeführt hat. Gesucht wurden die besten Ideen für die alters- und alternsgerechte Gestaltung des Arbeitslebens in kleinen und mittleren Unternehmen, z.B. durch Qualifizierung, Verbesserung der Arbeitsorganisation und des Gesundheitsmanagements. Insgesamt hatten sich 32 Bildungsträger und Einrichtungen am Wettbewerb beteiligt. Im Frühjahr wurden daraus fünf Projekte ausgewählt, deren Umsetzung derzeit beginnt.

Diese Projekte erhalten jeweils eine Förderung von 100.000 Euro aus ESF- und Landesmitteln – alle zusammen also 500.000 Euro. Die Laufzeit beträgt ein Jahr.

Die Umsetzung der Ideen ist in unterschiedlichen Regionen Thüringens angesiedelt. Die Ansätze sind vielfältig: So wird das Bildungswerk der Thüringer Wirtschaft (BWTW) beispielsweise drei Unternehmen bei der Einführung des Gütesiegels „AGE CERT“ begleiten. Dieses Gütesiegel erhalten Unternehmen, die z.B. eine altersgerechte Karriereplanung oder finanzielle Anreize zur Weiterbildung bieten.

Im Rahmen des Projektes PANDA sollen in Unternehmen im Altenburger Land ältere Mitarbeiter als Fachkräfte und Ansprechpartner für die Beschäftigung älterer Arbeitnehmer ausgebildet werden.

Das Projekt der Interessengemeinschaft zur Förderung der beruflichen Weiterbildung(IFBW e.V.) will ein Lokales Kompetenzzentrum für demografieorientiertes Gesundheitsmanagement etablieren und die Bildung von lokalen Netzwerken für Unternehmen zusammen mit Krankenkassen, Berufsgenossenschaften anstoßen.

Andere Projekte setzen auf Workshops und Fachtagungen, die Entwicklung eines Handlungsleitfadens, die Schulung spezieller Fachkräften in den Unternehmen oder die Einrichtung eines „Demografie-Stammtischs“.

Die Durchführung der Projekte erfolgt in enger Zusammenarbeit mit den Unternehmen und ihren Beschäftigten in Thüringen, um eine praxisnahe Umsetzung zu gewährleisten. „Diese Projekte sollen Arbeitgeber für die Beschäftigung älterer Arbeitnehmer sensibilisieren und zu einem Umdenken in den Unternehmen führen“, so Machnig.

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