OB Dr. Norbert Vornehm im Gespräch mit neuen Eigentümern – Fachkräfte dringend gesucht

Gera als optimale Basis

„Die Basis für uns hier in Gera ist optimal“, betont Dr. Gyula Meleghy. Er ist Sprecher der neuen, vierköpfigen Geschäftsführung des Automobilzulieferers Neef. Anfang Mai hatte die Meleghy & Cie. Automotive GmbH aus Bergisch-Gladbach die Neef-Standorte Gera und Wilnsdorf (Nordrhein-Westfalen) mit insgesamt rund 420 Mitarbeitern und einem aktuellen Jahresumsatz von gut 80 Millionen Euro von der Loh-Gruppe erworben. Unmittelbar nach der Transaktion kam Oberbürgermeister Dr. Norbert Vornehm im Rahmen eines Betriebsbesuchs mit den neuen Chefs des Unternehms, die mehrere Jahrzehnte Erfahrung in der Branche mitbringen, ins Gespräch, um deren Vorstellungen zur Zukunft des Standortes Gera kennenzulernen.

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Geras OB Dr. Norbert Vornehm (2.v.l.) im Gespräch mit Dr. Gyula Meleghy (l.) und Michael Scharff (r.) als Vertreter der neuen vierköpfigen Geschäftsleitung des Automobilzulieferers Neef GmbH & Co. sowie dem ehemaligen Geschäftsführer Dr. Hilmar Brödler

© Foto: Stadt Gera

Ziel sei es, das Unternehmen Neef als führenden Hersteller von Formblechteilen und Baugruppen nachhaltig zu entwickeln, macht Dr. Meleghy deutlich. Der junge, 2005 gegründete Standort Gera und seine hervorragende geografische Lage böte – wie auch der Traditionsstandort Wilnsdorf – „optimalen Zugang zu den Fertigungsstätten der deutschen Automobilindustrie“. Die hervorragende technische Ausrüstung, die vorhandenen Expansionsflächen und baulichen Gegebenheiten – die neuen Eigentümer haben Grundstücke und Gebäude mit erworben – „bieten attraktive Chancen für künftiges Wachstum“, denn man sei angetreten, die bestehende Kundenstruktur sowohl im Bereich Automotiv als auch darüber hinaus zu erweitern, ergänzt der für Finanzen zuständige Gesellschafter Michael Scharff.

Er sei sehr froh, dass mit der Übernahme für das Unternehmen eine langfristige, stabile und vorausschauende Lösung gefunden und damit die Zukunft des Geraer Werkes gesichert sei, sagt der Oberbürgermeister. Neef startete 2005 nach eigenen Angaben am Standort Gera mit rund 100 Mitarbeitern und 10 Millionen Euro Umsatz. In diesem Jahr sollen 248 Beschäftigte - darunter 17 Leiharbeiter, 2011 waren es noch 64 - 45 Millionen Euro umsetzen. Auch 22 Lehrlinge bildet Neef in Gera aus. Deren Ausgangsqualifikation jedoch sei „extrem schlecht, es fehlt an grundsätzlichen sozialen Fähigkeiten“, bemängelt der bisherige Geschäftsführer, Dr. Hilmar Brödler.

Sein Besuch sei ein Angebot, gemeinsam etwas zu verändern, betont Dr. Vornehm. Viele Menschen, vor allem junge Leute, hätten Gera der Arbeit wegen nach der Wende verlassen. In der Otto-Dix-Stadt gebe es aber auch die meisten dualen Ausbildungsplätze in Thüringen, aktuell mehr als 3.000. „Mit der Sanierung und Modernisierung der SBBS Technik und der Inbetriebnahme des neuen Laborgebäudes schaffen wir beste Ausbildungsbedingungen gerade für technische Berufe, und auch die Berufsakademie ist ein ausgezeichneter Partner“, betont der OB.

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