Meditative Musik in der Kreuzkirche

Ungewohnte Klangkombinationen

Beverungen (brv) - Die Besucher der Kreuzkirche Beverungen ließen sich anlocken und inspirieren durch das Thema des musikalischen Gottesdienstes "den Alltags-Stress hinter sich lassen".

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Benedikt Weiß, Student an der Universität Essen, Schlagzeuger und Percussionist.

© Foto: Ev. Kirche Beverungen

Im Kirchenraum lagen gemütliche Wolldecken, geliehen aus der Nachbargemeinde Amelunxen, am Altar zeigte sich ein mehr oder weniger bekanntes Instrumentarium. Die Akustik der Kreuzkirche überzeugte, Windspiele, Gongs, singende Schalen und Regenmacher überströmten die Zuhörer von der Orgelbühne bis zum Altar und zurück zum Eingangsbereich.
Benedikt Weiß, Student an der Universität Essen, Schlagzeuger und Percussionist, lüftete das Geheimnis der seltsamen Klangkörper, die in der Kirche standen, der RAV-Vast und der Stahlharfe "Hang", linsenförmige Instrumente aus Stahl, erfunden in der Schweiz, gebaut in Dortmund und Russland. Die Instrumente klingen fast asiatisch, aber auch wie Minimal Music des 20ten Jahrhunderts. Begeisternd verfolgten die Zuschauer die Fingerfertigkeit des Musikers und die bezaubernden Klänge.
Während des Programmverlaufs wurde die Musik greifbarer, konkreter, mit sogenannter "klassischer Musik". Aber gerade hier spielten die Schwestern Elke Lingemann und die Organistin Sylke Lüpkes mit dem Klangraum der Kreuzkirche. Die Kompositionsideen von César Franck und Erik Satie, Dialoge mit Frage und Antwort, verteilten sie gekonnt im Raum auf Keyboard und Orgel.

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(v.l.) Elke Lingemann, Benedikt Weiß und Sylke Lüpkes.

© Foto: Ev. Kirche Beverungen


Das Ensemble zeigte sich überhaupt sehr facettenreich. Nahezu beschwörend erklang ein eigenes Arrangement des Friedensmantras Sarvesham Svastir Bhavatu. Der einstimmige, monodierende Gesang wurde durch zarte Rhythmen von Kongas und Shaker unterstützt, die tiefen Orgelregister klangen fast ungewohnt wie tibetische Mönchsgesänge.
Stilsicher und harmonisch bewegten sich die Musiker zwischen spätromantischer Kirchenmusik im "O salutaris hostia" bis hin zu sakraler Popmusik "Oceans" und einem "Pie Jesu" des Musical-Komponisten Lloyd Webber. Die Gesangstexte waren insgesamt subtil gewählt. Sie handelten von Friedenswünschen, Gottvertrauen und der Verantwortung der Menschen für die Welt und die Mitmenschen, eben von Meditation, von nachdenken, nachsinnen, überlegen.
Die innere Ruhe der Zuhörer benötigte am Ende des Meditativen Gottesdienstes dann doch ein Ventil: Standing Ovations , viel Applaus und der Wunsch nach einer Fortsetzung wurde spontan in den Kirchenraum gerufen.

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