Ausstellungseröffnung im Museum im „Stern“

„30 Jahre Bürgerinitiative lebenswertes Bördeland und Diemeltal – 30 Jahre Engagement für die Region“

alle Bilder anzeigen Bild anzeigen

Die Demo in Detmold.

© Foto: BI

Warburg (wrs) - Am Samstag, dem 3. August 2019, wird um 16 Uhr im Warburger Museum im „Stern“ die Ausstellung „30 Jahre Bürgerinitiative lebenswertes Bördeland und Diemeltal – 30 Jahre Engagement für die Region“ eröffnet. Damit verbunden sind eine Fotoausstellung über das Kulturfest "Buntes Warburg" in der Galerie des Museums und ein Markt auf der Sternstraße, der auch als Treffpunkt für alle Helfer und Unterstützer des Kulturfestes „Buntes Warburg“ zum Klönen, Austauschen und Ideensammeln dient.
Aus dem Widerstand 1989 gegen die geplanten Deponien wuchs die BI zu einem breiten Bündnis mit über 3.000 Mitgliedern an, quer durch alle Berufe, parteipolitische Ausrichtungen, Konfessionen und Ländergrenzen. Der Protest in der Region war in den zahlreichen Plakaten an unzähligen Scheunen und Hauswänden in der Region sichtbar. Mahnkreuze wurden an potentiellen Standorten aufgestellt. Die vielen Infoveranstaltungen stießen auf enormes Interesse, die Hallen waren regelmäßig zum Bersten gefüllt. Der Widerstand gipfelte in einem Protestzug durch die Detmolder Innenstadt. Über 7.000 Teilnehmer zogen am 6.12.1993 zum Verwaltungssitz der Bezirksregierung – die größte Demonstration, die Ostwestfalen bis dahin erlebte. Der Widerstand hatte Erfolg. Im Februar 1994 gab die Düsseldorfer Landesregierung die Einstellung des Standortsuchverfahrens für eine Sondermülldeponie bekannt.
Der erfolgreiche Widerstand hätte zu einer Auflösung des Vereins führen können, die BI ging einen anderen Weg. Viele Mitglieder wollten das Engagement nun nutzen, um ihr Umfeld so lebenswert zu gestalten, dass niemand mehr auf den Gedanken kommt, hier eine Deponie zu errichten. Die Ideen wurden in dem Konzept „Eine Region denkt um“ zusammengefasst und ein bunter Strauß an Aktivitäten entwickelt. Jahrelang wurden umfangreiche Hecken- und Obstbaumanpflanzungen in der offenen Feldflur angestoßen. Diverse Aktivitäten zur Müllvermeidung und aktive Arbeitskreise wurden initiiert.

Mit der Zielsetzung, Angebote für eine umweltgerechte Produktion und kurze Transportwege zu schaffen, initiierte die BI die Erzeugergemeinschaft „Bördeland und Diemeltal“. Die ersten Aktivitäten der Erzeugergemeinschaft bestanden darin, biologisch angebaute Produkte im Einzelhandel anzubieten. Heute eine Selbstverständlichkeit, Ende der 90er Jahre noch Pionierarbeit. Die Erzeugergemeinschaft existiert auch heute noch und baut beispielsweise Braugerste für die Warburger Brauerei an – ganz im Sinne des Regionalgedankens. „Bunte Regionalmärkte“ wurden organisiert. Aktuell knüpft die BI an diese früheren Märkte an und organisiert Feierabendmärkte in Warburg. Der Gedanke, dass jeder Verbraucher mitentscheidet, wie die Zukunft der Lebensmittelproduktion aussieht, soll durch ein verstärktes Angebot regionaler Produkte, weniger Fleischkonsum und einen verpackungsärmeren Einkauf bei den Märkten zu arbeitnehmerfreundlichen Feierabendzeiten vermittelt werden. Im Verbund mit Unterrichtseinheiten zu nachhaltiger Ernährung sowie Erzeuger-Verbraucher-Dialogen sind die Märkte Teil des Projektes „Warburg isst - Nachhaltig ernähren: Klima schützen!“
1999 wurde der Tag der Regionen ins Leben gerufen. Die Stärkung regionaler Wirtschaftskreisläufe, die große Macht von Initiativen und Zusammenschlüssen, regional geprägte Märkte - dies bietet Alternativen 
und Antworten auf Probleme des Globalisierungsprozesses. Der Tag der Regionen wurde als dezentraler bundesweiter Aktionstag initiiert, um bei aller berechtigter Kritik an Politik und Wirtschaft, die Verantwortung von allen für das Lebensumfeld ins Bewusstsein zu rücken.
Als eines der erfolgreichsten Projekte kann die Renovierung des „Steinernen Hauses“ gesehen werden. Es wurde im Jahr 2002 als Bundessieger des Wettbewerbs "Energie sparen in Baudenkmälern" geehrt. Seit Januar 2019 werden Hauptamtliche in der Borgentreicher Geschäftsstelle nun auch auf Basis einer Institutionellen Förderung des Bundes beschäftigt – ein weiteres Indiz für die Ausdauer, Beharrlichkeit und Verstetigung der BI-Anliegen.
Die Gäste der Ausstellungseröffnung wird Rainer Mues, Vorsitzender des Museumsvereins Warburg, begrüßen. Josef Jacobi hat die Einführung übernommen, Michael Kuhaupt sorgt für die musikalische Umrahmung. Die Ausstellung ist bis zum 15. September 2019 täglich außer montags von 14.30 bis 17 Uhr zu sehen. Der Markt auf der Sternstraße beginnt mit der Ausstellungseröffnung um 16 Uhr und endet gegen 19 Uhr. Die Diakonie sorgt für Kaffee und Kuchen, die Warburger Brauerei stellt ihre Produkte vor, ebenso der Biolandbetrieb Engemann aus Eissen, der Finnenberghof Nörde und der Biohof Jacobi mit eigener Hofkäserei.

Möchten Sie diesen Artikel

Versenden Drucken
Anzeige

Diesen Artikel versenden

Absender-E-Mail:*
Empfänger-E-Mail:*
Nachricht:*

* Pflichtfelder