Landespreis im Geschichtswettbewerb für Scherfeder Schülerin

Marianerin erforscht Warburger Lokalgeschichte

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Geschichtslehrer Frederik Czech, Marie Kemper mit Sieger-Urkunde, Schulleiter Frank Scholle. 

© Foto: Marianum

Warburg (wrs) - Marie Kemper aus Scherfede, Abiturientin des Gymnasium Marianum, hat für ihren Beitrag zum Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten einen ersten Preis der Landesrunde errungen. Bei dem vom Bundespräsidenten und der Koerber-Stiftung ausgelobten Wettbewerb unter dem Motto „So gehtʼs nicht weiter. Krise, Umbruch, Aufbruch“ waren die Schüler dazu aufgerufen, in ihrer Heimat selbst auf Spurensuche zu gehen. Marie Kemper entschied sich, angeregt durch den Leiter des Stadtarchivs Franz-Josef Dubbi, für das Thema „Hungersnot oder Hungerskrise? Über die Kartoffelkrankheit in Warburg 1845 - 1847“, ein unerforschtes Kapitel der Lokalgeschichte. Monatelang las sie sich neben der Vorbereitung auf das Abitur in Handschriften des Stadtarchivs ein, Berichte des Magistrats, Dokumente des Unterstützungsvereins und Bittgesuche bedürftiger Bürger, und fasste ihre Ergebnisse in einer knapp 50 Seiten starken Arbeit zusammen.
Ihre lokalhistorischen Forschungen wurden belohnt: Im Sommer reiste sie nach Bonn, um im Haus der Geschichte zusammen mit den anderen Preisträgern ihre Urkunde aus der Hand der Ministerin für Schule und Bildung Yvonne Gebauer entgegenzunehmen.
Schulleiter Frank Scholle zeigt sich begeistert über den Erfolg seiner Schülerin in dem sehr anspruchsvollen Wettbewerb. Im Gespräch mit ihm berichtete Marie ausführlich von den Erträgen ihrer Arbeit. Als Geschichtslehrer interessierte sich der Schulleiter für den Zusammenhang der Kartoffelkrise mit der bald darauf folgenden Deutschen Revolution von 1848. Marie Kemper hielt sich in dem Punkt, ganz wie eine professionelle Historikerin, bedeckt, weil sich in den Quellen kein Hinweis über drohende Unruhen finde. Dort stünden die Linderung der Not und praktische Fragen im Vordergrund, wie Bürgermeister Fischer mit den wenigen zahlungskräftigen Honoratioren versucht habe, Armenspeisungen und Saatgut zu organisieren – und das in einer vorindustriellen Landstadt vor den Anfängen staatliche Sozialpolitik.
Bei den Einblicken in die damalige Lokalpolitik habe sie besonders der Umgang mit den Handschriften gereizt, die sie zunächst habe entziffern müssen. Ihr betreuender Lehrer Frederik Czech betonte, wie eigenständig sie dabei vorgegangen sei.
Abschließend erkundigte sich der Schulleiter nach ihren Zukunftsplänen. Als Lehrer für die Fächer Latein und Geschichte freute er sich, zu hören, dass sie Alte Geschichte und Latein studieren wolle, noch dazu an seiner eigenen Studienstätte, der Universität Göttingen.
Für ihr Studium ist Marie jedenfalls bestens gerüstet. Ihr Tutor und Griechischlehrer Herr Czech verwies darauf, dass Marie – mit seiner anderen AG-Schülerin Saraphina Grundmann – in einer Zusatzprüfung zum Abitur sogar das Graecum erworben und damit eine Hürde für ihr Studium bereits mit Bravour genommen habe.

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