Festwoche vom 26. bis 30. April 2012

200 Jahre Gymnasium Georgianum Hildburghausen

Hildburghausen (wotan) - Am 26. April 2012 feierten Lehrer und Schüler des Hildburghäuser Gymnasiums Georgianum ihr 200-jähriges Bestehen und hatten zum Festakt hohe Gäste zu Besuch, an der Spitze Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht.

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Schmuckes Schulgebäude

© Foto: wotan

Mit einer feierlichen Auftaktveranstaltung starteten Lehrer und Schüler in die Festwoche vom 26. bis 30. April 2012 anlässlich des 200. Geburtstages ihrer altehrwürdigen Bildungsstätte.
Zahlreiche Ehrengäste aus Landes- und Kommunalpolitik waren der Einladung gefolgt: Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht, Landrat Thomas Müller, die Mitglieder des Landtages Uwe Höhn, Henry Worm und Tilo Kummer sowie Hildburghausens Bürgermeister Steffen Harzer.

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Schulleiter Wagner bei der Eröffnungsrede

© Foto: wotan

Eingangs seiner Eröffnungsrede beglückwünschte der Schulleiter Frank Wagner den Landrat und Schirmherren der Festwoche Thomas Müller zu seiner Wiederwahl.
Franz Wagner gab einen kurzen Abriss der Schulgeschichte. Am 30. April 1812 ist das heutige Gymnasium in der Stadtkirche Hildburghausen gegründet worden. In den Jahren 1922 bis 1924 wurde eine Einheitsschule eingerichtet und die Dreigliedrigkeit des Bildungswesens aufgehoben, welche nach den Reichstagswahlen aber wieder abgeschafft worden ist. Die heutige Altersstruktur des Gymnasiums wäre für Experimente ungeeignet, der jüngste Kollege sei bereits 46 Jahre alt. Die individuelle Förderung der Schüler entspreche der Vorstellung des Kollegiums.  Mit einer Schweigeminute gedachten die Anwesenden der Opfer des Schulamoklaufs von Erfurt vor genau 10 Jahren.

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Kleines Fraktionsgespräch

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Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht hob in ihrem Grußwort den Namenspatron Herzog Georg II. als großen Humanisten und Reformer hervor und zitierte Moses Mendelson: „Nach Wahrheit forschen, Schönheit lieben, Gutes wollen, das Beste tun – das ist die Bestimmung des Menschen.“
Der 26. April 2002 sei der schlimmste Tag der Schulgeschichte Thüringens gewesen. Zu den wichtigsten Erkenntnissen im Nachhinein gehörten, das Waffenrecht weiter auf den Prüfstand zu stellen und die Information zwischen Schule und Elternhaus auch dann zu gewährleisten, wenn die Schüler 18 Jahre alt sind. Wir brauchen eine ganzheitliche gute Bildung, die von humanistischen Idealen getragen ist, wie sie beispielsweise Herzog Georg, die Geschwister Scholl, Humboldt, Kant, Goethe oder Pestalozzi vertraten. Die Anlagen der Schüler müssten gefördert, ihre Urteilskraft entwickelt und die Fähigkeit, Gut und Böse zu unterscheiden herausgebildet werden.
Sie habe vor der Veranstaltung das Gymnasiums besucht und wäre vom Widerstand der Geschwister Scholl, der in einer Ausstellung aufgezeigt wird, sehr beeindruckt.
Eine humanistische Bildung werde in der Schule erworben und im späteren Leben genutzt. Demokratie, Rechtsstaat und Gemeinwesen seien auf mündige und gebildete Bürger angewiesen. Die Haltung unserer Abiturienten wäre uns im demokratischen Wettstreit wichtig. Gute Bildung sei ohne Anstrengung nicht zu haben, Lernen ein lebenslanger Prozess.
Landrat Thomas Müller begann sein Grußwort mit der These, dass die höhere Schule bereits 1812 für die Entwicklung von Hildburghausen wichtig gewesen wäre. Im Jahr 1877 zog sie zum jetzigen Standort um. Im Jahr 1994, dem Jahr des Beginns seiner Amtszeit als Landrat, habe das Gymnasium über 1.100 Schüler gehabt und es sei ein ständiges Bauprojekt gewesen. 1997 gelang mit der Verbindung von Alt- und Neubau eine architektonische Meisterleistung, weitere Baumaßnahmen folgten. Bildung wäre ein hohes Gut, auch für den Schulträger. Wenn die Schüler manchmal die Schule „satt hätten“, so zeige sich doch Jahre später bei Klassentreffen die Verbundenheit mit der Schule und der Schulzeit. Hervorzuheben wäre auch die Weltoffenheit der Schule und das Prädikat „Schule ohne Rassismus“. Den Abiturienten wünschte der Landrat eine erfolgreiche Prüfung.
Bürgermeister Harzer erklärte, es erfülle ihn mit Stolz, eine solche Bildungseinrichtung in seiner Stadt zu haben. Er wünsche sich, dass einmal eine(r) der Absolventen(innen) den Nobelpreis erhalte.
Der Vorsitzende der Freundschaftsgesellschaft von der Partnerstadt Würselen bei Aachen übergab einen Scheck über 500,00 Euro und lud eine Schuldelegation zum Gegenbesuch ein.
Der langjährige Schulleiter Heiko Rosenbaum (1991 – 2009) beleuchtete in seiner Festrede die Jahre nach der Wende und nannte es ein Glück, dass das Gymnasium in Hildburghausen stand, wo engagierte Partner vorhanden waren. 1992/93 lernten über 900 Gymnasiasten am Georgianum, waren teilweise in Außenstellen untergebracht, es fehlten Lehrer, teilweise blieben die Schulbücher aus, der Sportunterricht war ein Provisorium und der Schülerverkehr musste mit dem Landkreis geklärt werden. Durch das Schulgesetz von 1991 standen neue Fächer auf dem Plan, wie Ethik, Religion oder Recht. 1994 habe der Kreistag den Erweiterungsbau beschlossen, 1998 ist die Turnhalle gebaut worden. Insgesamt investierte der Landkreis 40 Millionen Euro. 1993 gab es die ersten Kontakte zu einer französischen Schule, heute gäbe es im Comenius-Projekt vielfältige internationale Kontakte. Das Gymnasiums Georganium nehme in der Öffentlichkeit einen geachteten Platz ein.
Ein vielfältiges Kulturprogramm mit Schauspiel, Turnübungen, Gesang, Trommlerauftritt, Saxophon-Ensemble und Projektchor gab der Auftaktveranstaltung einen würdigen Rahmen. Am 27. April 2012 folgten eine Theateraufführung „Durch dick und dünn“, am 28. April 2012 ein Tag der offenen Tür „Schulgeschichte“, am 29. April 2012 Schulführungen und abschließend am 30. April 2012 das Schulfest „Schule heute“.

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