Griesheim/Arnstadt (ke) – Auf seinem Antrittsbesuch in Thüringen machte Bundesumweltminister Peter Altmaier am Dienstag in Begleitung von Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht gleich auf drei Stationen im Ilm-Kreis halt.
Rainer Ackermann ermöglichte Christine Lieberknecht, Tankred Schipanski und Peter Altmaier neben der Biogasanlage auch einen Blick auf den jüngsten Rindernachwuchs und machte die Politiker auf die Probleme durch die Mäuseplage vor allem im Erfurter Becken aufmerksam.
© Foto: Kerstin EngelmannIn der Gemeinde Ilmtal besuchte er die Agrargesellschaft Griesheim und deren Biogasanlage in Hammersfeld. Anschließend standen im Gewerbegebiet „Erfurter Kreuz“ mit Masdar PV und Bosch Solar Energy zwei Firmen der Solarbranche auf dem straffen Programmplan.
„Gutes Essen ist die beste Form der erneuerbaren Energie", stellte Altmaier fest, als ihm in Griesheim ein Teil eines Rindes der Agrargesellschaft in Form einer Roulade mit Thüringer Klößen und Rotkraut serviert wurde. Über 1600 Rinder stehen in den Ställen. und ihre Milchproduktion macht über die Hälfte des Umsatzes der Gesellschaft aus. Neben der Pflanzenproduktion und der Fleischerei, in der jede Woche etwa 25 der 1700 Schweine und zwei bis vier Rinder verarbeitet werden, gewinnt die Biogasproduktion immer mehr an Bedeutung.
Im Dezember 2007 konnte die Agrargesellschaft ihre erste Anlage mit 250 Kilowatt Leistung in Betrieb nehmen. Dank sehr guter Erfahrungen gemacht, berichtet Geschäftsführer Rainer Ackermann. Weshalb man zwei Jahre wurde sie schnell erweitert und die Leistung verdoppelt. Neben der Gülle aus dem Rinderstall wird auch Mais-, Gras- und Ganzpflanzen-Silage zur Gasherstellung genutzt. Und nicht nur das Biogas dient als zusätzliche Einnahmequelle. So wird auch die Abwärme möglichst effektiv genutzt. Neben der Warmwasserbereitung für die Milchviehanlage und im Sozialtrakt sowie der Werkstatt, können auch in der Fleischerei und der Großküche des Agrarunternehmens Heizkosten eingespart werden. „Allein in der Milchviehanlage und in der Werkstatt sparen wir so rund 10.000 Liter Öl im Jahr“, betont Ackermann. Daher stehe auch ein Anschluss der Schweineställe an die Wärmeleitung kurz bevor.
2542 Hektar Fläche in elf Gemarkungen der Gemeinden Ilmtal und Wolfsberg bearbeitet und nutzt die Griesheimer Agrargesellschaft. „Mit dem Boden sind wir nicht so gesegnet“, erzählt Rainer Ackermann, der sei fest und steinig. Aber zumindest sei man so von der großen Mäuseplage verschont geblieben. „Die buddeln sich da nicht durch“, meint Ackermann trocken, fühlt aber mit den Agrarbetrieben im Erfurter Becken oder im Raum Sömmerda mit. „Da muss dringend etwas getan werden“, gibt er Altmaier mit auf den Weg. Schließlich seien hier die Ernten mit Einbußen von bis zu 90 Prozent bedroht. Er werde Verbraucherministerin Ilse Aigner eine SMS schreiben, verspricht der Umweltminister vor seiner Weiterreise ans Erfurter Kreuz.
Dort suchte er das Gespräch mit Vertretern der Solarbranche. Eine gesunde Solarwirtschaft läge im nationalen Interesse, so Altmaier. Man könne der Branche helfen, indem man sie dabei unterstütz, wettbewerbsfähig zu bleiben. Die sei im Bereich nicht über den Preis, wohl aber über Qualität und Forschung zu Systemlösungen möglich, zeigte sich Altmaier überzeugt. Lieberknecht forderte wiederholt eine bessere Koordinierung zwischen Bund und Ländern, aber auch der Bundesländer untereinander. Ein „Masterplan“ wäre ihr Wunsch. Schließlich geht es in Thüringen um 5.000 Arbeitsplätze.
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