Erfurt (dp) – Bei einer Pressekonferenz am Freitag, 11. November, berichteten sowohl Innenminister Jörg Geibert als auch Roger Derichs vom Thüringer Verfassungsschutz über den neuesten Stand der Ermittlungen zu dem Sparkassenüberfall und den Wohnmobilbrand mit zwei Toten in Eisenach.
Sie informierten während der Pressekonferenz (von links) Werner Jakstat, Chef des Landeskriminalamtes, Jörg Geibert und Roger Derichs vom Landesamt für Verfassungsschutz
© Foto: dpDas Neueste war, dass das Innenministerium eine Kommission bilden wird, die mit der Untersuchung dieses Falles und seiner Hintergründe beauftragt wird. „Die Nachrichten überschlagen sich, und wir können nicht zu allen etwas sagen“, so der Innenminister. „Vieles sind Vermutungen und deshalb wird diese Kommission gebildet, die von einer namhaften Persönlichkeit geleitet wird.“ Wer das sein wird und wer außerdem zu der Kommission gehören soll, ließ Jörg Geibert offen und verwies auf einen späteren Zeitpunkt. Dazu kommt, dass die Bundesanwaltschaft sich in die Ermittlungen eingeschaltet hat.
Das Vorleben der Täter ist zum größten Teil aufgeklärt – sowohl das der beiden Toten als auch das von Beate Z., der dritten Täterin, die sich freiwillig der Polizei gestellt hatte. Nachdem in den Trümmern des Hauses in Zwickau, das das Trio offensichtlich in die Luft sprengte, die Waffen gefunden wurden, die bei dem Polizistenmord in Heilbronn im April 2007 entwendet wurden, kam nun die Tatwaffe der sogenannten Döner-Morde, einer Mordserie zwischen 2000 und 2006, zum Vorschein. Damals wurden neun Griechen und Türken, die alle einen Döner- oder Gemüseladen hatten, umgebracht. Es wurde auch Beweismaterial sichergestellt, das alle drei als Angehörige einer rechtsextremen Vereinigung überführt. Sie gehörten in den 1990er Jahren zum „Thüringer Heimatschutz“, einer terroristischen Organisation. Ermittelt wird noch nach Verstrickungen zu weiteren Extremisten der rechten Szene. Bereits verurteilt waren alle Drei 1996 als sie einen Puppentorso mit Judenstern an eine Autobahnbrücke gehängt hatten.
Man fand bei ihnen Bomben-Attrappen und es gab von ihnen Bombendrohungen gegen das Jenaer Stadion. Verfassungsfeindliches Material wurde in einem Koffer gefunden. Das sind Dinge, die zunächst ermittelt wurden. Auf jeden Fall kamen Erkenntnisse ans Licht, die „erst mal getoppt werden müssen“, so der Innenminister. Wo die drei Täter weitere Kontakt haben und zu wem, das ermitteln jetzt Bundesanwaltschaft und der Generalbundesanwalt. „Es gibt jeden Tag neue Erkenntnisse und manches dauert seine Zeit“, erklärte Jörg Geibert. In der nächsten Woche will sich der Innenminister zu Namen der Mitarbeiter der Sonderkommission äußern. Es bleibt also spannend und der Fall wird die Öffentlichkeit noch länger beschäftigen.
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