Gera (rs) - „Was mir an Johannes gefällt: er zeigt Respekt vor seinen Gegnern, aber er hat vor ihnen keine Angst“, so charakterisiert Trainer Jörg Rauschning seinen Schützling, der seit gut zweieinhalb Jahren im Fightsport Gera e. V. trainiert.
Den letzten Schliff für den WM-Start in Edinburg: Johannes Heuschkel (l.) vom Fightsport Gera e.V. mit Trainer Jörg Rauschning.
© Foto: Reinhard Schulze
Die letzen Wochen waren hart für Johannes Heuschkel, der sich auf seinen ersten Weltmeisterschaftstart im Kickboxen vorbereitet. „Es war hart und manchmal bis kurz vor der totalen Erschöpfung. Es war eine Zeit, in der man lernt seinen Trainer zu hassen“, sagt der 18-jährige, der aber bereitwillig all diese Strapazen widerspruchslos auf sich genommen hat.
2009 holte er sich im Limit über 90 kg den Deutschen Meistertitel bei den Kadetten, bei den Senioren belegte er Rang zwei und in diesem Jahr wurde er Süddeutscher Meister. Acht Kämpfe stehen bei ihm zu Buche, davon drei siege und ein Unentschieden.
Trainer Jörg Rauschning setzt große Hoffnungen in seinen Schützling und traut ihm sogar eine Medaille zu, weiß aber auch, dass die Konkurrenz sehr stark ist. So seien die Aktiven aus dem Iran wie auch die Schotten, die ihren Heimvorteil nutzen wollen, nicht zu unterschätzen, meint Jörg Rauschning, der in den Jahren zu vor schon den Geraer Max Schlegel zu Weltmeisterschaftehren geführt hat.
Lag der Schwerpunkt im Training in den vergangenen Wochen vor allem auf der Grundlagenausbildung, kommt es nun darauf an, weiter an der Technik und dem taktischen Verhalten zu arbeiten. „Wir reduzieren die Rundenzeiten auf die Wettkampfzeit, also von drei auf zwei Minuten. Ich nehme ihn an die Tatzen um seine Schlagfertigkeit weiter zu verbessern. Die Trainingseinheiten werden kürzer, dafür aber intensiver. In der Woche vor dem Abflug geht es dann nur noch um spezielle Kondition, sozusagen um den Feinschliff“, beschreibt Jörg Rauschning seine Trainingsstrategie.
Allein schon die WM-Teilnahme wertet Jörg Rauschning als eine große Herausforderung für seinen Schützling. „Ich denke schon die Eröffnung der WAK World Championships von Edinburgh wird ein großes Erlebnis sein.
Überzeugend der sportliche Auftritt von Johannes Heuschkel bei der Steko Fight Night im Mai in Karlsruhe, wo der Geraer gewissermaßen selbst das Ticket für die Weltmeisterschaften im schottischen Edinburg vom 23. bis 31. Oktober 2010 gelöst hatte. „Seitdem ging es immer weiter Berg auf. Johannes nimmt meine Hinweise an, bemüht sich um deren Umsetzung und die erreichten Fortschritte sind deutlich zu erkennen. Es hängt nun davon ab, ob Johannes in den WM-Kämpfen all das abrufen kann, was wir bis dahin trainiert haben“, so der Trainer.
Es ist aber nicht nur das sportliche, was den Trainer fordert. Ohne Sponsoren wäre dieser WM-Start nicht möglich. „Es ist sehr mühsam, um so dankbarer bin ich für die Förderer, mit denen wir als Verein immer rechnen können. Stellvertretend sein Rechtsanwälte Wolf & Bönisch, Karo Textil, Autovermietung Garant und Metallbau Schweyer genannt. Doch am Ende geht es nicht ohne Eigenanteil. So trägt Johannes die Kosten für den Flug selbst“, so Jörg Rauschning.
Ganz ohne Voraussetzungen hatte Johannes Heuschkel bei Jörg Rauschning das Training nicht aufgenommen. Erste Grundlagen erwarb er sich beim SV Aga wo er bei Reinhard Werkmeister trainierte. „Ich wollte mehr aus mir machen. Das Kickboxen hatte mich schon immer fasziniert und so entschied ich mich für den Wechsel“, sagt Johannes Heuschkel, der mit viel Zuversicht seinem WM-Start entgegenfiebert.
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