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Denkmalpreis 2017 für ein saniertes Schmuckstück

Preisgekröntes Fachwerkhaus in Gottsbüren

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V.l.: Tina Herbold mit Frank Illner sowie Ulrike und Klaus Herbold vor dem sanierten Fachwerkhaus.

© Foto: Aderholz
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© Foto: Aderholz

Gottsbüren (KA) – Sanieren ist nicht gleich Sanieren. Bei der Aufgabe, ein altes Fachwerkhaus in Schuss zu bringen, stellen sich vor Beginn der Arbeiten viele Fragen. Und dass ein Gebäude aus dem Jahr 1673 ganz sicher einiges an Herausforderungen zu bieten hat, wussten auch Tina und Steffen Herbold aus Gottsbüren, die ihr „neues altes“ Eigenheim im Jahr 2014 von den (Schwieger-)eltern übernommen hatten. Vor allem, wenn in den 70er oder 80er Jahren an einem Fachwerkhaus bereits „herumgewerkelt“ wurde, kann man sich auf einige Bausünden einstellen, die vor allem in dieser Zeitspanne gern praktiziert wurden, bedauerlicherweise aber auch heute zum Teil noch Anwendung finden.
Doch trotz der Möglichkeit, eine kurzfristig kostengünstigere Variante der Sanierung vorzunehmen, entschied sich die Familie Herbold für eine fachgerechte und ökologische Ausführung. Auf lange Sicht werde sich das auszahlen, ist sich Malermeister und Denkmalpfleger Frank Illner sicher, der sich mit seinem Betrieb der Fassade des Hauses angenommen hat.
Da sich die Stadt Trendelburg inklusive aller Ortsteile noch bis einschließlich 2019 im Dorferneuerungsprogramm des Landes Hessen befindet, profitierten auch die Herbolds von einem 30-prozentigen Zuschuss. Bedingung dafür ist grundsätzlich, entsprechende Anträge zu stellen, abzuwarten, eventuell Unterlagen nachzureichen und oftmals wieder zu warten – bis die Maßnahme bewilligt wird. Vorher darf nicht angefangen werden. Gerade weil sich die Herbolds für einen größeren Aufwand und damit auch eine höhere finanzieller Belastung entschieden hatten, lohnte sich dieser Zuschuss aber sehr. Das Ergebnis kann seit Ende 2016 bewundert werden. Seitdem erstrahlt das Fachwerkhaus in historisch einwandfrei neuem Glanz und zieht regelmäßig die Blicke der auf einer Wanderstrecke am Haus vorbeilaufenden Menschen auf sich. Dies sicherlich auch dank einer Tafel und einer Plakette, die auf den Denkmalpreis 2017 hinweisen, der für die vorbildliche Ausführung der Arbeiten verliehen wurde.
Nachdem zunächst der Dachausbau inklusive Erneuerung der Eindeckung und Dämmung unter Einhaltung aller Bestimmungen zum Denkmalschutz und der Energieeinsparungsverordnung fertig gestellt worden war, konnte sich Frank Illner mit seinem Team der aufwändigen Restaurierung der Fassade widmen.
Paradoxerweise stieß er dabei zum Teil auf mögliche eigene „Jugendsünden“. Denn er selbst hatte während seiner Ausbildung in den 80er Jahren bereits an der Fassade des Hauses gearbeitet und diese – insbesondere die Balken – wahrscheinlich nach den damals gängigen Methoden mit Silikon, Kunststoffspachtel und Acryl „malträtiert“ und den Giebel hinter in ansprechendem Grau gehaltenen Asbestplatten versteckt. All dies musste bei der neuerlichen Sanierung sorgfältig entfernt werden. Damals habe er es nicht besser gewusst, erklärt Frank Illner. Während der Ausbildung ahbe man getan, was einem gesagt wurde. Heute würde ihm so etwas nicht im Traum einfallen. Schließlich habe er als Meister nicht nur etliche Jahre Berufserfahrung und sich darüber hinaus nicht umsonst zum Denkmalpfleger weitergebildet.
Bei der Verwendung der richtigen Materialien geht es nicht in erster Linie um Optik – die bekäme man auch mit allen möglichen günstigen Tricks hin, welche aber wiederum zu Lasten der Haltbarkeit der Bausubstanz gehen. Wichtiger ist die nachhaltige Verträglichkeit mit den Naturmaterialien Lehm und Holz. Beides muss atmen können und trotzdem gegen Wettereinflüsse geschützt sein. Mit dem heutigen Know-How der Firma Illner wird all dies berücksichtigt, u.a. durch Verwendung von Leinölfarbe und Kalkputz.
Auch nach vielen Jahren dim Beruf versprüht Frank Illner nach wie vor eine brennende Leidenschaft für seine Arbeit und ist von deren Qualität absolut überzeugt. Viele zufriedene Kunden hat der Denkmalpfleger, der mit seinem Unternehmen in Trendelburg ansässig ist, in der ländlichen Region.
Auch die Herbolds aus Gottsbüren gehören dazu, die nun mit drei Generationen unter einem Dach hinter einer schmucken Fassade wohnen.

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