Corveyer Sommerkonzerte

Kammermusikalische Höhepunkte im Schloss Corvey

Höxter (ozm) - Mit einem Abend voller Elan und Esprit gingen die Corveyer Sommerkonzerte zu Ende. Im ausverkauften Kaisersaal erlebte das Publikum ein furioses Konzert mit fünf exzellenten “Stars von Morgen”, deren Spielfreude, Präsenz und herausragendes musikalisches Können das Konzert zu einem ungetrübten Vergnügen werden ließen.
Albrecht Menzel, Violonist, der schon 2017 das Publikum im Kaisersaal begeistert hatte, musizierte dieses Mal gemeinsam mit vier Freunden: Fanny Clamagirand, Violine, Adrien Boisseau, Viola, Ella van Poucke, Violoncello und Matan Porat, Klavier.
Die Krone des Abends gebührte vielleicht Robert Schumanns “Klavierquintett in Es- Dur op.44”, welches in seiner Brillanz und Virtuosität ein ganz besonderer Höhepunkt war. Florestan und Eusebius, Allegorien der Doppelnatur, die Schumann in sich selbst sah, werden in diesem 1842 komponierten Quintett überaus deutlich. Es ist die Kunst des Gegensatzes, die das Werk so anziehend macht; etwa durch das zerrissene Hauptthema und der dann so lebensfrohen Stimmung des ersten Satzes. Schon das Allegro brillante versetzte in Hochstimmung, es sang und tanzte nach allen Regeln der kontrapunktischen Kunst. Das Adagio geriet mit seinem Ausdruck-Tempo und Charakternuancen schlechthin überwältigend. Die fünf Musiker spielten diese Offenbarungen mit all ihren vertrackten Stimmführungen und dynamischen Kontrasten mit Leichtigkeit und Intensität. Sie bewiesen große technische Virtuosität, eine ausgewogene klangliche Balance und steigerten sich zu einer Hochform, die nur mitreißen konnte.
Auch Ludwig van Beethovens “Klaviertrio in B-Dur op.11 für Klavier, Violine und Cello“ (in der Besetzung Menzel, Porat und van Poucke) wurde zum Glücksfall. Ihr Zusammenspiel war von absolutem inneren Gleichklang getragen und die nahtlose Verschmelzung von im allerbesten Sinne musikantischer Präsenz, struktureller Klarheit und Spannung zeigte eine große dynamische Palette, die die drei Musiker mit subtilem dialogischen Charme in Szene setzten. So gelangen federleichte Skizzen im dritten Satz, vor dem Hintergrund des vorangegangenen, tiefempfundenen Adagios.
Besonders gespannt sein durfte man auf Dvorak. Antonin Dvoraks “Klavierquintett in A-Dur Nr.2 op.81” ist ein Kosmos, in dem sich aus funkelnden Splittern tragende Linien zum Gerüst formieren. Die weiche blühende Sanglichkeit, die Naturlaute und der melancholische Grundton - all dies erwuchs hier zu prächtiger Fülle.
Fünf ausgeprägte Persönlichkeiten waren am Werk, als Gesamtphänomen aber erweckten sie den Eindruck eines einzigen in allen Registern aufs Glücklichste intonierten Instruments.
Das Publikum zeigte seine Begeisterung mit frenetischem Beifall und dankte den Künstlern stehend für einen gelungenen Konzertabend.

Diese Kritik wurde verfasst von D. Korth.

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