Heimatmuseum in Ichtershausen am Denkmaltag geöffnet

Ein Mann und sein Museum

Ichtershausen (ke) - Es ist das Sammelsurium an kleinen Schätzen, welches das kleine Heimatmuseum neben dem historischen Ichtershäuser Pfarrhaus birgt, das seinen ganz speziellen Charme ausmacht.

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Im Kolonialwarenladen können die Besucher des Heimatmuseums mit Dieter Schröpfer 100 Jahre in die Vergangenheit reisen.

© Foto: Kerstin Engelmann

Seit über 40 Jahren sammelt Dieter Schröpfer alles, was ihm wert erscheint, in den fünf kleinen Themenräumen ausgestellt zu werden. Ob im historischen Klassenzimmer, der Schusterei oder im Kolonialwarenladen aus den Anfangsjahren des 20. Jahrhunderts, überall begegnen dem Besucher Zeugen der regionalen Vergangenheit. Voller Stolz präsentiert der rüstige Rentner zwei vermutlich an die 1000 Jahre alte Kragentöpfe, die er in mühevoller Puzzlearbeit aus Tonscherben zusammengesetzt hat.

Was für andere Abfall ist, kann für Dieter Schröpfer ungeahnte Schätze bergen. So fand er eine üppig verzierte Ofenkachel in zwei Teile zerbrochen unter einem Berg Dachziegeln. Überhaupt bringen ihn die liebevollen Verzierungen auf den historischen Gebrauchsgegenständen zum Schwärmen: „Selbst kleine hölzerne Butterformen oder die Stirnblätter der Pferdegeschirre wurden früher liebevoll mit Schnitzereien verziert.“ Und Dieter Schröpfer weiß zu jedem seiner Ausstellungsstücke eine Geschichte zu erzählen, wenn der Besucher nur genug Zeit mitbringt.

Der gelernte Metallbauer stammt ursprünglich aus Eischleben, ist aber bereits vor vielen Jahren in Ichtershausen heimisch geworden. Mit seiner Frau, die wie er aus einer Schäferfamilie stammt, ist er nun schon 50 Jahre verheiratet. „Feiern werden wir die Goldene Hochzeit nur im kleinsten Kreis“, zu tief sitze noch der Verlust des Sohnes vor 10 Jahren. „Er hat mich jahrelang beim Sammeln unterstützt. Wann immer er unterwegs etwas Interessantes gesehen hat, hat er es mitgebracht oder wir sind später hingefahren, um es zu holen.“ Heute unterstützt ihn seine Tochter Sabine, wenn es darum geht, alle seine Schätze regelmäßig zu entstauben.

Auch in diesem Jahr wird  Dieter Schröpfer sein Museum am Tag des offenen Denkmals für Besucher öffnen. „Ich nehme schon seit vielen Jahren am Denkmaltag teil. Anfangs habe ich einige Stücke in der Kirche auf der Empore ausgestellt“, erzählt der Museumsbesitzer. Inzwischen werden aber selbst die Ausstellungsräume, die ihm die Gemeinde im Nebenhaus des Pfarramtes überlassen hat, zu klein, um all seine Ausstellungsstücke zu präsentieren. „Dabei habe ich jedes Stück einzeln dazu gesammelt. Viele Besucher denken, ich hätte zum Beispiel die historische Schusterei komplett übernommen. Aber jeder Schuh, jedes Werkzeug  kam erst nach und nach hinzu.“ Zu seinen besonderen Schätzen gehören auch verschiedene Trachten und Hochzeitskleider samt Ausstattung. Diese bewahrt er allerdings aus Platzmangel in seiner Wohnung auf. „Es ist einfach nur schön, sich diese aufwändigen Gewänder immer wieder anzuschauen“, beschreibt er mit leuchtenden Augen seine Leidenschaft.  

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Sorgfältig hat Dieter Schäfer auf jedem Platz im historischen Klassenzimmer eine Schiefertafel zum Schreiben bereitgelegt.

© Foto: Kerstin Engelmann

Und wenn er seinen Besuchern am Tag des offenen Denkmals auch in diesem Jahr bei schönem Wetter im Pfarrhof wieder Kaffee und Kuchen anbietet, hilft auch die zweite Tochter Ines bei den Vorbereitungen. „Aber wer weiß, was einmal aus dem Museum wird, wenn es mich nicht mehr gibt“, fragt sich der 75-Jährige sorgenvoll mit Blick auf die Zukunft.

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