Kirchheim (U.Walther/ke) - Die Sternwarte Kirchheim lädt am 6. Juni von 5 bis 7 Uhr Interessierte ein, ein seltenes Ereignis an verschiedenen Geräten und mit geeigneten Mitteln zu erleben, wenn Venus und Erde auf gleicher Linie zur Sonne stehen.
Mit geeigneten Instrumenten ist die Beobachtung der an der Sonne vorbeiziehenden Venus in der Kirchheimer Sternwarte gefahrlos möglich.
© Foto: Kerstin EngelmannDie Venus war bis in den Mai hinein das auffälligste Gestirn am westlichen Abendhimmel. Als sonnennäherer Planet läuft er schneller um die Sonne als die Erde, die er nun überholt. Weil Venusbahn und Erdbahn zueinander geneigt sind, zieht Venus beim 225 Tage dauernden Umlauf um die Sonne meist oberhalb oder unterhalb der Sonne vorbei. Doch sehr selten und zwar alle 105 beziehungsweise 121 Jahre geschieht es, dass bei diesen Passagen Venus und Erde auf gleicher Linie zur Sonne stehen und die Venus als pechschwarze Scheibe sichtbar direkt vor der Sonne vorüberzieht. Dann ist das Phänomen aber gleich zweimal, und zwar im Abstand von 8 Jahren, zu beobachten.
Am 8. Juni 2004 kam es nach 121 Jahren erstmalig wieder zu einem solchen seltenen Ereignis. Bei hervorragenden Sichtbedingungen konnten es bereits damals viele Besucher an der Volkssternwarte Kirchheim verfolgen.
Nun bietet sich nach 8 Jahren am 6. Juni die wohl letztmalige Chance, einen solchen Venusvorübergang zu erleben. Erst im Jahr 2117 kommt es wieder zu einem solchen Venustransit. Das Naturereignis ist bei uns allerdings erst in der Schlussphase zu beobachten. Dennoch bleiben ab Sonnenaufgang kurz nach 5 Uhr Sommerzeit bis zum letzten Kontakt der pechschwarzen Venusscheibe am westlichen Sonnenrand um 6.49 Uhr noch etwa 100 Minuten, Zeuge des Ereignisses zu werden - vorausgesetzt, das Wetter spielt mit.
Auch hier gilt wie bei allen Sonnenbeobachtungen der dringende Hinweis: Nie mit bloßem Auge, erst recht nicht mit Ferngläsern oder Fernrohren ungeschützt in die Sonne blicken!
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