Nachnutzung für Gefängnis in Ichtershausen gesucht

Was kommt nach dem Knast?

Ichtershausen (ke) - Was wohl nach der Zeit im Gefängnis kommt, fragen sich sicher viele Gefangene vor ihrer Entlassung. Was geschieht aber mit dem Gebäude, wenn seine Insassen eines Tages in einen moderneren Komplex umziehen?

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Mitglieder des Kreisauschusses sammelten vor Ort erste Ideen zur Nachnutzung der Jugendstrafanstalt Ichtershausen.

© Foto: Kerstin Engelmann

Diese Frage stellt sich bald in Ichtershausen, wo in spätestens drei Jahren die über 130-jährige Ära des Gebäudekomplexes neben der Kirche als Haftanstalt zu Ende gehen wird. Was wird aus den Mauern des ehemaligen Zistersenzerinnenklosters und des herzoglichen Schlosses nach dem Umzug der jugendlichen Insassen in die neue Jugendstrafanstalt in Arnstadt?

Da diese Frage noch völlig offen ist,  hatte SPD- Kreistagsmitglied Herbert Windmiller, der im Thüringer Justizministerium für den Strafvollzug zuständig ist, das Gefängnis als ungewöhnlichen Sitzungsort für den Kreisausschuss vorgeschlagen. So konnten sich die Ausschussmitglieder vor Ort ein Bild vom Zustand der Haftgebäude machen.

Der Gebäudekomplex ist verwinkelt und groß, was eine Nachnutzung als Gesamtes schwierig macht. Außerdem wurde an den historischen Gebäuden mehrfach um-, aus- und angebaut. Und auch wenn Teile des Schlosses noch seinen ursprünglichen Charme vermuten lassen, ob eine Restaurierung sinnvoll ist und sich ein Investor dafür gewinnen lässt, steht noch in den Sternen.

Momentan sind nur 168 der 225 Haftplätze belegt. Trotzdem herrscht Doppelbelegung in den zu kleinen Hafträumen vor. Auch die Wohngruppen mit bis zu 26 Gefangenen seien viel zu groß und entsprächen nicht den Anforderungen des modernen Jugendstrafvollzugs, so Gefängnisleiterin Annette Brüchmann. Zwar wurde ein Haftgebäude in den 1990er Jahren neu errichtet, aber  auch diese Räume sind inzwischen abgewohnt und nicht mehr zeitgemäß. Der Neubau war daher dringend nötig. Doch nun sind Ideen zur Nachnutzung von Kloster- und Schlossgebäude gefragt.  Dazu sollten sich „alle Beteiligten an einen Tisch setzen“, so Windmiller.   

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