Erfurt (dp) – Traurig wirkt er nicht. Eher voller Erwartung auf das, was kommt. Am Mittwoch, 23. Mai, wurde Polizeihauptmeister Manfred Etzel nach 40-jähriger Polizeiarbeit offiziell in den Ruhestand verabschiedet.
Nachfolgerin Polizeioberkommissarin Fränze Hartmann überreicht Manfred Etzel das Abschiedsgeschenk der Kollegen - ein symbolisches Fahrrad.
© Foto: dpVon den 40 Jahren bei der Polizei hat er mehr als 18 Jahre als Presse-Sprecher zugebracht – mit allen Höhen und Tiefen. Die Höhen, das waren Meldungen über abgeschlossene bzw. aufgeklärte Kriminalfälle. Die Tiefen, das waren die Zeiten als die Journalisten mehr wussten als er selbst, weil sie irgendwelche Tipps bekommen hatten, die entweder stimmten oder auch aus dem Reich der Fantasie waren. Egal, er war der Ansprechpartner. Und das oftmals Tag und Nacht. Angefangen hat Manfred Etzel bei der Verkehrspolizei. Das war 1972. Vom Kreisamt Erfurt kam er bald zu nächst höheren Behörde, gehörte dann zur sogenannten Mot-VK, der motorisierten Verkehrspolizei, wurde beispielsweise bei Staatsbesuchen als Eskorte eingesetzt, begleitete Schwertransporte und Buskolonnen.
Nach der Wende wurde Manfred Etzel, nach einem kurzen Zwischenspiel in der Einsatzzentrale, Pressesprecher der Polizeidirektion Erfurt. Und das blieb er bis zu seiner Pensionierung. Rückblickend denkt er dabei auch an die Fälle, die ihn tage- und wochenlang beschäftigt haben – wie beispielsweise der Amoklauf am Gutenberg-Gymnasium. Das war überhaupt sein schlimmster Einsatz. Aber das ist nun vorbei. Und eines steht jetzt schon fest: Manfred Etzels erster freier Tag als Pensionär ist der 1. Juni und der gehört seiner Enkelin Lieselotte. „Die werde ich abholen“, freut er sich schon jetzt. Und dann hat er Zeit für seinen geliebten Garten und Ehefrau Birgit. Worauf er sich besonders freut? „Nicht mehr so früh aufstehen zu müssen“, verrät der Hauptmeister. „Und dass ich das Dienst-Handy abgeben kann.“ Dieses Handy geht allerdings mit in den Ruhestand. „Das kann ich nicht weitergeben, denn dann kommt mein Nachfolger vor lauter Anrufen nicht zur Ruhe.“
Da mag er Recht haben, denn diese Nummer kennen fast alle Journalisten, die jemals mit der Erfurter Polizei zu tun hatten. Sichtlich gerührt nahm der Fast-Pensionär aus den Händen von Jürgen Loyen, Chef der Polizeidirektion Erfurt, dann die Entlassungsurkunde entgegen, feierte den Abschied mit seinen Kollegen. Manfred Etzels Nachfolge ist bereits geklärt. Es wird eine Frau sein. Polizeioberkommissarin Fränze Hartmann ist schon eingearbeitet und es wird nicht mehr lange dauern, dann ist sie genauso bekannt wie ihr Vorgänger und hat genauso wenig Ruhe wie er. Aber das weiß sie bereits.
Noch keine Kommentare vorhanden