„Der schönste Tag in meinem Leben“

Ausstellung zum Thema Hochzeit im Volkskundemuseum

Erfurt (dp) – Am 1. Juni ist die „Lange Nacht der Museen“ und an diesem Tag wird im Museum für Thüringer Volkskunde in Erfurt die Sonderausstellung „Der schönste Tag in meinem Leben.

Bild anzeigen

Museumsmitarbeiterin Iris Höfer an einem Hochzeitskleid aus Brokat.

© Foto: dp

Betrachtungen rund um das Thema Hochzeit“ eröffnet. In Deutschland „trauen“ sich täglich mehr als 1000 Paare. 1950 waren es noch doppelt so viele. Aber die Faszination Hochzeit ist ungebrochen. Und wer sehen will, wie sich zwar weniger die Bräuche als vielmehr die Klamotten verändert haben, sollte diese Ausstellung besuchen. Hochzeit ist etwas Besonderes. Da gab es im 18. Jahrhundert noch Liebesgaben, die das Eheversprechen bekräftigten, ein Hochzeitsbitter wurde losgeschickt und die Bekleidung musste unbedingt standesgemäß sein. Wer damals heiraten wollte, musste nachweisen, dass er seine Frau und den späteren Nachwuchs auch ernähren kann.

Das Aufgebot wurde bestellt und Gemeinde und Kirche mussten zustimmen. Was die Liebe betrifft, so spielte die für das Heiraten keine wesentliche Rolle. Die Mitgift musste stimmen, Besitz- und Machtzuwachs waren ausschlaggebend. Der Mann war Ernährer und andere Formen des Zusammenlebens wurden geächtet. Erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gab es für die Frauen in Mitteleuropa ein Leben ohne „Versorger“. Die Liebesheirat wurde zur Norm. Aber viele alte Bräuche haben sich erhalten. Da gibt es immer noch das Ehrengeleit von Vereinen, die Hochzeitszüge durchs Dorf oder die Hochzeit an ungewöhnlichen Orten. Zu sehen sind in der Ausstellung die unterschiedlichsten Hochzeitsgewänder – vom schweren Brokatkleid bis zum feinen Seidengewand.

Im 19. Jahrhundert wurde in den Städten im schwarzen Kleid geheiratet. Erst um 1900 setzte sich das weiße Hochzeitskleid durch. Aber manche Paare mochten es auch kunterbunt oder suchten das Brautkleid so aus, dass es auch später noch Verwendung finden konnte. Es gab auch die Ost-West-Ehen. Und so heiratete 1983 eine Westfrau einen Ostmann – was durchaus noch nicht so üblich war. Sie ließ sich ihr Brautkleid in München nähen und geheiratet wurde in Gotha auf Schloss Friedenstein. Oder die Adelshochzeiten, wo eine Prinzessin 82 000 Reichstaler Mitgift mitbrachte um einen Grafen aus der Coburg-Dynastie zu heiraten. Die Ausstellung ist bis zum  23. September 2012 zu sehen. Die Fotos stammen von Enrico Radloff und Mariethel Bruhn stiftete eine Hochzeitstafel.

Bewerten Sie diesen Artikel

0.0
0,0 (0 Stimmen)

Möchten Sie diesen Artikel

Versenden Drucken
Anzeige

Noch keine Kommentare vorhanden

Zu diesem Artikel wurde noch kein Kommentar hinterlassen, schreiben Sie doch den ersten.

Diesen Artikel versenden

Absender-E-Mail:*
Empfänger-E-Mail:*
Nachricht:*

* Pflichtfelder
Als Startseite festlegen Facebook Twitter RSS-Feeds Mobile