(dbp/spo) - Kopfschmerzen und juckende Augen bei längeren Autofahrten? Das wiederholte Gefühl, andere Verkehrsteilnehmer tauchen scheinbar aus dem Nichts auf? Wer diese Fragen ehrlicherweise mit „Ja“ beantwortet und zudem merkt, dass er Autobahnschilder erst etwa 50 Meter davor richtig lesen kann (etwa ein Begrenzungspfosten-Abstand), der sollte dringend seine Augen untersuchen lassen. Denn gerade im Herbst, wenn die Tage kürzer werden, müssen Autofahrer Adleraugen haben.
In der Dämmerung fallen selbst kleine Sehschwächen bei Autofahrern schnell ins Gewicht.
© Foto: blas/FotoliaTypisch für schwache Augen ist ein zunehmendes Gefühl der Unsicherheit bei Nachtfahrten und der Eindruck, dass die Scheinwerfer entgegenkommender Fahrzeuge stärker blenden als früher.
Manche Autofahrer stufen sich selbst bei solchen Symptomen schlichtweg als nachtblind ein. Doch eine echte Nachtblindheit ist äußerst selten, wie der Sprecher des Berufsverbands der Augenärzte Deutschlands (BVA), Dr. Georg Eckert, mitteilt. Bei Nachtblindheit ist die Funktion der Stäbchenzellen auf der Netzhaut gestört – was im Rahmen einer augenärztlichen Untersuchung ans Licht kommt. Meist könnten die Augenärzte jedoch Entwarnung geben, so der BVA, und die Sehprobleme in der Nacht ließen sich mit Brille oder Kontaktlinse leicht ausgleichen.
Dämmerung deckt Sehschwäche auf
Aber warum sieht der Mensch in der Dämmerung eigentlich schlechter? Ob viel Licht oder wenig – die Augen passen sich automatisch dem Umfeld an. Bei viel Licht übernehmen die sogenannten Zapfenzellen die Arbeit, die das gestochen scharfe Farbensehen ermöglichen. Schwindet das Licht, kommen lichtempfindlichere Zellen, die Stäbchen, zum Zug. Sie können allerdings keine Farben wahrnehmen, weshalb der Mensch im Dunkeln nur Grautöne sieht. Zudem liefern sie etwas unschärfere Bilder. Darüber hinaus weiten sich im Dämmerlicht die Pupillen, damit mehr Licht ins Auge treffen kann. Das hat zur Folge, dass kleine Sehfehler viel stärker auffallen, erläutert Dr. Eckert.
Bei Autofahrern über 50 steigt auch das Risiko für Augenerkrankungen wie dem Grauen Star (Katarakt) oder der altersbedingten Makuladegeneration (AMD), die Linseneintrübungen beziehungsweise Gesichtsfeldausfälle zur Folge haben. Bei einer beginnenden Linsentrübung wiederum wird das einfallende Licht stärker gestreut und die Betroffenen fühlen sich intensiver von Scheinwerfern geblendet.
Das Mindeste: ein Sehtest
Es gibt also viele mögliche Gründe für eine eingeschränkte Sicht beim Autofahren. Doch die kann schnell gefährlich werden. Augenoptiker wie Augenärzte raten Autofahrern deshalb zu Kontrolluntersuchungen. Das Mindeste: ein regelmäßiger Sehtest. Er ist auch für Brillenträger ratsam, da sich die Augen im Laufe der Jahre verschlechtern können.
Ältere Autofahrer sollten sich zudem alle ein bis zwei Jahre augenärztlich untersuchen lassen. Werden Erkrankungen wie AMD oder auch der Grüne Star (Glaukom) frühzeitig erkannt, kann der Verlauf gebremst und damit ein Sehschaden länger hinausgezögert werden. Also: Beim nächsten TÜV-Termin am besten gleich mit an den Augen-Check denken.
Weitere Informationen:
- Lesen Sie mehr über Augenerkrankungen unter www.gesund-durch.de/gesundheit_a-z/augengesundheit
- www.seh-check.de; Webseite mit Online Seh-Checks für eine erste Einschätzung der Sehkraft
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