Lesung zum Buch "Deutschland schafft sich ab"

Erfurt: Proteste und riesiges Polizeiaufgebot wegen Lesung von Thilo Sarrazin

Erfurt (np) - Thilo Sarrazin war am Mittwoch in Erfurts „Alten Oper“ zu Gast, um über sein Buch „Deutschland schafft sich ab“ zu sprechen. Mit einem riesigen Polizeiaufgebot war die Polizei vor Ort, um für Ordnung zu sorgen.

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Thilo Sarrazin bei der Lesung in Erfurts "Alten Oper"

© Foto: Matthias Gränzdörfer

Rund 200 Menschen demonstrierten vor der Alten Oper gegen den Auftritt Sarrazins und dessen Lesung aus seinem umstrittenen Buch „Deutschland schafft sich ab“. Bereits mehrere Wochen vorher wurde im Internet zu einer Protestkundgebung gegen den Autor und dessen Auftritt in Erfurt aufgerufen.

Kurzeitig kam es vor dem Veranstaltungsort zu kleineren Rangeleien. Einige der rund 220 Demonstranten versuchten, eine Absperrung zu durchbrechen. „Dabei seien zwei Teilnehmer festgenommen worden“, berichtet die Welt online.

Die Lesung selbst musste zwischendurch mehrfach unterbrochen werden, weil Gegner immer wieder Gegenstände in den Raum warfen, die piepsende Geräusche von sich gaben.

Sarrazin selbst nahm diese Aktionen relativ gelassen hin. In der Lesung erzählte er unter anderem, wie es überhaupt zum Schreiben des Buches kam und betonte auch, dass er der Meinung ist, dass viele seiner Kritiker sein Buch gar nicht gelsen hätten.

In seinem umstrittenen Buch beschreibt Thilo Sarrazin die Folgen, die sich für Deutschlands Zukunft aus der Kombination von Geburtenrückgang, problematischer Zuwanderung und wachsender Unterschicht ergeben könnten. Seine Thesen lösten nach dem Erscheinen des Buches heftige Kritiken und Diskussionen in der Politik und der deutschen Gesellschaft aus.

Sarrazins neuestes Buch erscheint am 22. Mai 2012 unter dem Titel "Europa braucht den Euro nicht. Wie uns politisches Wunschdenken in die Krise geführt hat". Man kann gespannt sein, ob auch dieses Exemplar so heftige Diskussionen wie sein Vorgänger auslösen wird.

© Matthias Gränzdörfer

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2 Kommentare

Es werden später die Kräfte sein, die für sich selbst die Freiheit der Argumente einfordern. Meiner Einschätzung nach wird dies bereits immer wieder praktiziert. Aber, da es von der "korrekten Politik" ......
von contMS am 13.05.2012
Man sollte sich sehr genau die Kräfte merken, die zur Zerstörung unserer Streitkultur beigetragen haben. Es werden später die Kräfte sein, die für sich selbst die Freiheit der Argumente einfordern. Wo ......
von worker am 13.05.2012

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