Erfurt (np) - Thilo Sarrazin war am Mittwoch in Erfurts „Alten Oper“ zu Gast, um über sein Buch „Deutschland schafft sich ab“ zu sprechen. Mit einem riesigen Polizeiaufgebot war die Polizei vor Ort, um für Ordnung zu sorgen.
Rund 200 Menschen demonstrierten vor der Alten Oper gegen den Auftritt Sarrazins und dessen Lesung aus seinem umstrittenen Buch „Deutschland schafft sich ab“. Bereits mehrere Wochen vorher wurde im Internet zu einer Protestkundgebung gegen den Autor und dessen Auftritt in Erfurt aufgerufen.
Kurzeitig kam es vor dem Veranstaltungsort zu kleineren Rangeleien. Einige der rund 220 Demonstranten versuchten, eine Absperrung zu durchbrechen. „Dabei seien zwei Teilnehmer festgenommen worden“, berichtet die Welt online.
Die Lesung selbst musste zwischendurch mehrfach unterbrochen werden, weil Gegner immer wieder Gegenstände in den Raum warfen, die piepsende Geräusche von sich gaben.
Sarrazin selbst nahm diese Aktionen relativ gelassen hin. In der Lesung erzählte er unter anderem, wie es überhaupt zum Schreiben des Buches kam und betonte auch, dass er der Meinung ist, dass viele seiner Kritiker sein Buch gar nicht gelsen hätten.
In seinem umstrittenen Buch beschreibt Thilo Sarrazin die Folgen, die sich für Deutschlands Zukunft aus der Kombination von Geburtenrückgang, problematischer Zuwanderung und wachsender Unterschicht ergeben könnten. Seine Thesen lösten nach dem Erscheinen des Buches heftige Kritiken und Diskussionen in der Politik und der deutschen Gesellschaft aus.
Sarrazins neuestes Buch erscheint am 22. Mai 2012 unter dem Titel "Europa braucht den Euro nicht. Wie uns politisches Wunschdenken in die Krise geführt hat". Man kann gespannt sein, ob auch dieses Exemplar so heftige Diskussionen wie sein Vorgänger auslösen wird.
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