Erfurt (dp) – Dieser 17. Juni 1953 war auch in Erfurt und Thüringen ein geschichtsträchtiger Tag. Die Zustände in der damaligen sowjetisch besetzten Zone wurden immer schlimmer.
Die Versorgung mit Nahrungsmitteln war miserabel, „Saboteure“ und „Provokateure“ wurden verhaftet, viele von ihnen ermordet. Die Planvorgaben der Regierung waren nicht zu schaffen, die Löhne wurden immer niedriger. Da kam am 17. Juni 1953 „Der Schrei nach Freiheit“. Die Menschen gingen auf die Straße, legten die Arbeit nieder. Und dieser Situation ist die neue Ausstellung im Foyer des Thüringer Landtages gewidmet. Sie wurde am Donnerstag, 14. Juni im Thüringer Landtag eröffnet. „Mit der Ausstellung der Stiftung Ettersberg wollen wir ein zentrales Datum der deutschen Freiheitsgeschichte würdigen und in den Blickpunkt der Öffentlichkeit rücken“, so Vize-Landtagspräsidentin Franka Hitzing (FDP) zu Eröffnung.
„Am 17. Juni 1953 sah sich ein kommunistischer Staat zum ersten Mal mit dem breiten Widerstand des Volkes konfrontiert“, so Frau Hitzing weiter. „Es war auch das erste Mal, dass sich die Macht der Herrschenden nur anhand von Waffengewalt erhalten ließ. Damit symbolisiert der 17. Juni das kurze Aufkeimen und gleichzeitige Sterben der Hoffnungen auf eine Demokratisierung der DDR. Der 17. Juni erinnert uns daran, dass Demokratie gelebt und jeden Tag aufs Neue verteidigt werden muss.“
Dazu gehört auch eine intensive Auseinandersetzung mit der Geschichte. Die Ausstellung der Stiftung Ettersberg in Zusammenarbeit mit der Geschichtswerkstatt Jena, zeigt anhand zahlreicher Fotos, Dokumente, Plakate und Zeitungsartikel, auf 21 Ausstellungstafeln die Ereignisse des 17. Juni 1953. Auf acht Tafeln werden die Ereignisse in Thüringen detailliert beschrieben, wobei zum Teil bislang unveröffentlichtes Material präsentiert wird. Die Ausstellung „Der Schrei nach Freiheit – 17. Juni 1953 in Thüringen“ ist bis zum 30. Juni 2012 im Funktionsgebäude, Zwischengang zum Fraktionsgebäude, des Thüringer Landtags zu sehen. Sie ist Montag bis Freitag von 8.00 bis 18.00 Uhr geöffnet, am Wochenende und an Plenartagen nach Vereinbarung. Der Eintritt ist frei.
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