11. Tag der Rückengesundheit:

Rückenschmerzen frühzeitig und wirkungsvoll vorbeugen

(MED & BES) - Der Tag der Rückengesundheit steht dieses Jahr unter dem Motto „Rückengesund – in jedem Alter!" Der Aktionstag wird organisiert durch den Bundesverband der deutschen Rückenschulen (BdR) e. V. in Kooperation mit der Aktion Gesunder Rücken e. V. (AGR) und der Ärzte-Initiative „Freude durch Bewegung". Er findet am 15. März im gesamten Bundesgebiet statt.

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Gerade ältere Menschen sollten bei Rückenschmerzen rasch aktiv werden.

© Foto: djd/Westend61/Trancolong

Rückenschmerzen beeinträchtigen unsere Lebensqualität in erheblichem Umfang. Rein statistisch gesehen trifft es fast jeden Bundesbürger irgendwann einmal in seinem Leben. Meist werden die Rückenschmerzen dann als schicksalhaft hingenommen. Dabei lässt sich in jedem Alter wirkungsvolle Prävention betreiben oder, wenn die Rückenschmerzen bereits akut sind, deren Chronifizierung entgegenwirken. Allerdings muss jeder Betroffene alleine oder besser noch unter fachkundiger Anleitung aktiv etwas für seine Rückengesundheit tun.

Hauptursache für Rückenschmerzen ist Bewegungsmangel. Wir bewegen uns nicht mehr genug - mit fatalen Folgen für den Rücken. Muskeln verkümmern und die Bandscheiben schrumpfen. Das beginnt schon im Kindesalter. Im Durchschnitt bewegen sich unsere Schulkinder heute weniger als eine Stunde pro Tag, sitzen aber bis zu 40 Stunden in der Woche vor dem Fernseher oder vor dem Computer. So haben bis zu 30 Prozent der Schulkinder Haltungsschäden und 70 Prozent klagen über gelegentliche Rückenschmerzen. Dass man sich am Bildschirm auch mit Spaß bewegen kann, zeigen einige Spielekonsolen, bei denen Balance- und Fitness-Übungen zu mehr Bewegung anregen sollen. Motivieren Sie sich und Ihre Kinder zu mehr Bewegung. Schon zehn Minuten Gymnastik täglich reichen, um eine wirkungsvolle Prävention gegen Rückenschmerzen zu betreiben.

Für die Rückengesundheit kann jeder einzelne von uns etwas tun und zwar rund um die Uhr: 24 Stunden Rückengesundheit - das umfasst zuhause die Küche, den Fernsehsessel oder die Matratze und das Bett. Am Arbeitsplatz sollten Stühle, Tische, Tastatur und Zubehör ergonomische Vorgaben berücksichtigen. In der Freizeit spielen rückengerechte Schuhe oder Fahrräder eine Rolle. Und wer viel unterwegs ist, sollte sich bei seinem Autohändler über die ergonomischen Qualitäten seines Autositzes informieren. Wie erkenne ich ein rückengerechtes Produkt? Hilfestellung gibt hier das von ÖKO-Test mit sehr gut bewertete AGR-Gütesiegel (www.agr-ev.de).

Rückenschmerzen sind nicht nur organisch bedingt, unser Rücken ist auch ein Spiegelbild der Seele. Alles, was die Hektik des modernen Alltags mit sich bringt, bekommen wir im Kreuz zu spüren. Fehlhaltungen bei der Arbeit, mangelnde Bewegung, Übergewicht oder große Lasten machen ihm ebenso zu schaffen wie Stress, psychischer Druck, Mobbing und andere Ängste mehr. Das drückt sich auch umgangssprachlich aus: Wer viel ertragen muss, hat viel „auf dem Buckel" oder gar die „Angst im Nacken".
Unser Umgang mit Rückenschmerzen entscheidet maßgeblich mit, ob sich aus akuten Rückenschmerzen dauerhafte Beschwerden entwickeln. Die Ruhr-Universität Bochum hat einen Fragebogen entwickelt, mit dem sich das sogenannte „Chronifizierungsrisiko", also das Risiko für dauerhafte Beschwerden erkennen lässt. Dabei geht es nicht um organische Beschwerden, sondern um psychosoziale Risikofaktoren. Nach Auswertung des Fragebogens können konkrete Verhaltensempfehlungen ausgesprochen werden, um einer Chronifizierung der Rückenschmerzen entgegenzuwirken. Mehr zum Fragebogen unter www.ruecken-tag.de.
Ziel des 11. Tags der Rückengesundheit mit seinen bundesweiten Aktionen ist die Aufklärung der Bevölkerung über die gesundheitlichen Aspekte, die zu Rückenbeschwerden führen. 70 Prozent der Rückenleiden haben keine klare Diagnose. Feststeht nur, dass es in über 80 Prozent der Fälle akuter Rückenschmerzen muskuläre Verspannungen sind, die ursächlich wirken, während die vielfach vermuteten Verschleißerscheinungen gerademal mit zehn und die Bandscheibenvorfälle gar nur mit vier Prozent zu Buche schlagen. Die ständige Fehlhaltung am Computer lässt sich nicht wegoperieren, sie muss geändert werden. Die Zahl der Rückenerkrankungen steigt stetig an, um ca. 30 Prozent allein in den letzten zehn Jahren. Damit zählen Rückenerkrankungen zu den am weitesten verbreiteten Volkskrankheiten. Sie haben enorme Auswirkungen auf unsere Leistungs-fähigkeit und unser Wohlbefinden. Die Kosten, die für die Behandlung und durch Fehlzeiten am Arbeitsplatz verursacht sind, summieren sich jedes Jahr auf geschätzte 50 Mrd. Euro. Weitere Informationen unter www.ruecken-tag.de

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