Erfurt (dp) – Landtagspräsidentin Birgit Diezel sagte am Dienstag, 10. April Anlässlich des 67. Jahrestags der Befreiung der Konzentrationslager Buchenwald und Mittelbau-Dora:
„Der 11. April ist Ausdruck des Gedenkens. Die Opfer der Nationalsozialisten bleiben unvergessen – Menschen, die wegen ihrer Nationalität, Religion oder politischen Einstellung verfolgt wurden. Die Konzentrationslager der Nationalsozialisten lehren uns: Intoleranz, Terror gegen Andersdenkende und Völkermord können sehr nah beieinander liegen.
Die Vernichtungslager mahnen, allen Regungen von Fremdenhass und allen Angriffen auf die Menschenwürde konsequent und entschieden entgegenzutreten.“ Orte wie Buchenwald müssen Orte der Aufarbeitung, des Lernens und der Vergangenheitsbewältigung sein, so Frau Diezel weiter. „Wir Nachgeborenen müssen Sorge dafür tragen, dass der ungeheuerliche Zivilisationsbruch der Nationalsozialisten in unserem kollektiven Gedächtnis bleibt. So müssen wir den jungen Menschen in unserem Land lehren, dass die Beschäftigung mit der Vergangenheit immer über sich selbst hinaus weist und so für Gegenwart und Zukunft von Bedeutung ist.
Gerade mit dem Wissen um die Verbrechen der aus Thüringen stammenden Rechtsextremisten des Nationalsozialistischen Untergrunds wird deutlich, dass die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit wichtiger denn je ist“, so die Landtagspräsidentin. „Eine stabile, wehrhafte Demokratie ist der beste Schutz vor Verführern und Demagogen, vor ewig Gestrigen, die aus der Vergangenheit nichts gelernt haben oder sie bewusst ignorieren“, mahnt Frau Diezel weiter. „Diese Wehrhaftigkeit muss in den Köpfen anfangen, da, wo Menschen miteinander reden: Eltern mit ihren Kindern und Lehrer mit ihren Schülern, aber auch unter Freunden und Kollegen. Zivilcourage fängt im Kleinen an.
Das Bewusstsein für dieses ‚Nie wieder’ gehört in die Mitte der Gesellschaft.“ Am 11. April 1945 befreiten US-amerikanische Truppen das Konzentrationslager Buchenwald. Von 1937 bis 1945 waren in Buchenwald und seinen Außenlagern über 250.000 Menschen inhaftiert. Etwa 56.000 Häftlinge starben. Das Konzentrationslager Mittelbau-Dora wurde Ende August 1943 zunächst als Außenstelle des KZ Buchenwald eingerichtet. Schätzungsweise 60.000 Menschen waren inhaftiert, rund 20.000 von ihnen starben. Die US-Armee konnte am 11. April 1945 nur wenige Hundert Überlebende befreien. Fast 40.000 Menschen waren zuvor auf Todesmärsche geschickt worden.
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