NSU-Ausschuss erfährt Namen von V-Leuten

Ex Vizechef des Verfassungsschutzes vor dem Untersuchungsausschuss

Erfurt (dp) - Der Untersuchungsausschuss Terrorgruppe "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) hat am Dienstag, 17. Juli, in seiner Sitzung einige geheime Akten erhalten.

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Peter-Jörg Nocken vor dem Untersuchungsausschuss.

© Foto: dp

Der Ausschuss hat den früheren Vizechef des Verfassungsschutzes Peter-Jörg Nocken befragt. Nocken war unter dem Verfassungsschutzchef Helmut Roewer Abteilungsleiter. Im Jahr 2000 erklärte Roewer seinen Rücktritt. Der Vizepräsident Peter-Jörg Nocken verabschiedete sich aber ein Jahr später.

Nach weiteren Informationen soll der Vizepräsident Nocken unter anderem für Zahlungen an V-Leute zuständig gewesen sein. Es wurde vermutet, dass er den bekannten V-Mann Tino Brandt reaktiviert haben soll. So wie Roewer, bestritt auch Nocken, irgend eine schützende Hand über den Neonazi gehalten zu haben.

Seltsam ist nur, dass Tino Brandt, ehemaliger Kopf des Neonazi-Netzwerks "Thüringer Heimatschutz", insgesamt 35 Ermittlungsverfahren am Hals hatte, ohne ein Urteil zu erlangen. 

Nocken bezeichnete die Zusammenarbeit mit seinem Chef Roewer als schwierig. Auch während dieser Zeit sei nach einer Durchsuchung das sogenannte Zwickauer Trio, Beate Zschäpe, Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos, in Jena abgetaucht. Als NSU-Mitglieder sollen sie später zehn Morde und mehrere Banküberfälle begangen haben.

 

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