Der erste Spatenstich (v.l.): Gabriele Freifrau von Spiegel, Elmar Freiherr von Spiegel, Landrat Friedhelm Spieker, Bürgermeister Hermann Temme, Marcel Kalberer und Peter Trapet vom Büro Bioplan Höxter.
© Foto: OttoRheder (mo) - Das Kreisprojekt „Erlesene Natur" legt erste Hand an: Im Schlosspark zu Rheder herrscht höchste Betriebsamkeit. Über 300 Weidenbäume wurden in den letzten Wochen beschnitten, mehr als 3000 Weidenruten zusammengetragen und eine riesige Masse an freiwilligen Helfern mobilisiert. Als wahre Mammut-Aufgabe wächst das Weidenpalais, zehn Meter hoch und 32 Meter lang, in den Himmel. Ein „lebendiges Gebäude mit Leuchtturmwirkung, vergleichbar mit dem Weser-Skywalk", so Landrat Friedhelm Spieker. Er übernahm zusammen mit dem Bürgermeister der Stadt Brakel Hermann Temme wie auch Grundstückseigentümer Elmar Freiherr von Spiegel und Architekt Marcel Kalberer den ersten Spatenstich.
Nicht nur für das Kulturland Höxter eine einzigartige Attraktion. Bundesweit gibt es nur rund zehn vergleichbare Bau-Projekte.
Man zeigte sich äußerst zufrieden, Marcel Kalberer für dieses Projekt gewonnen zu haben; der Architekt hatte sich in der Vergangenheit bereits mit Bauten aus Weide auseinander gesetzt. Schmunzelnd erzählte er den Stein des Anstoßes in Form einer Anekdote: "Ich hatte einmal einen Professor, der sagte: Geht hinaus, pflanzt ein paar Weidenruten in den Boden und lasst sie wachsen!"
Bemerkenswert ist besonders die große Beteiligung von Jugendlichen und Kindern aller Altersstufen; so sind Schüler des Kolping-Berufsbildungswerks Brakel, der Geschwister-Scholl-Schule und Gymnasium Brede in Brakel, der von-Galen-Schule in Frohnhausen, der Höxteraner Hoffmann-von-Fallersleben-Realschule, der Schule im Dreiländereck in Beverungen und der Wildbergschule Amelunxen an den weiteren Baumaßnahmen beteiligt. Außerdem werden noch Jugendliche eines internationalen Workcamps und natürlich auch viele Freiwillige aus der Region erwartet.
Die offizielle Eröffnung ist zum diesjährigen Hoffest von Schloss Rheder am 29. April 2012 geplant; das Weiden-Palais wird danach - außer zu besonderen Anlässen - stets für Einheimische und Touristen begehbar sein. So soll es beispielsweise auch möglich sein, unter laubgrünem Dach Hochzeiten und andere Feierlichkeiten abzuhalten.
Eine immer wieder aufs Neue austreibende Sehenswürdigkeit in der breiten Palette des "Erlesene Natur"-Projektes - es gibt wohl kein besseres Symbol für Nachhaltigkeit als diesen grünen Dom im Nethetal?
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